weather-image
17°
Kehlstein-Abschied am Ende einer unfallfreien und erfolgreichen Saison gefeiert

Rund 4 000 Fahrgäste an Spitzentagen

Berchtesgaden – Insgesamt knapp 25 000 Fahrten legten die RVO-Busfahrer bei ihren Fahrten auf den Kehlstein und wieder retour in dieser Saison zurück. Das entspricht fast viermal der Strecke einer Erdumrundung. Exakt 383 612 Fahrgäste beförderten die Busfahrer und sorgten, wie RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz betonte, bei hoffentlich ebenso vielen Gästen für einen schönen und erinnerungswürdigen Urlaubstag. Am Ende der Saison feierten Busfahrer, Fahrdienstleiter und die anderen »administrativen« Mitarbeiter traditionsgemäß den Kehlsteinabschied im Berchtesgadener Gasthaus »Bräustüberl«.

Wie jedes Jahr wurden die runden Fahrtzahlen mit einer Urkunde bedacht (hinten v.l.): RVO-Niederlassungsleiter Andreas Datz, Markus Winkler (2 000 Fahrten), TRBK-Geschäftsleiter Michael Wendl und RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz sowie (vorne v. l.) TRBK-Vorsitzender Franz Rasp, Georg Winkler (15 000 Fahrten), Thomasz Aradi (1 000 Fahrten) und Bernhard Schübel (9 000 Fahrten). (Foto: Meister)

Es war auch ein Abend für Statistiker, denn im »Bräustüberl« waren in den kurzen Reden noch andere, durchaus imponierende Zahlen zu vernehmen. Auf ihren Fahrten überwanden die Busse etwa 19,2 Millionen Höhenmeter an den 167 Betriebstagen. Von diesen waren einige von besonderem Besucherandrang geprägt. Gleich 13 Mal wurden mehr als 4 000 Fahrgäste auf den Berg und wieder zurück gebracht, wobei am 13. August der saisonale Spitzenwert mit 4 286 Fahrgästen erreicht wurde. Die Busse fuhren fast bei jedem Wetter, denn nur an vier Tagen ruhte die Kehlsteinlinie. Meist wegen unerwarteten Schneefalls.

Investitionen in die Kehlstein-Linie stehen an

»Es war nicht das beste Jahr, aber ein erfolgreiches«, sagte der Vorsitzende vom kommunalen Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), Franz Rasp. Dass es dazu ein unfallfreies Jahr war, »ist Euer Verdienst«. Rasp vergaß dabei nicht, dass hinter den »Frontmännern«, den Busfahrern, ein großes Team stehe, das organisiere, Fahrkarten verkaufe oder anders für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Allen galt sein »Vergelt's Gott«. Das Ende der einen Saison ist auch der Start in die Vorbereitung der nächsten. Investitionen stünden an, sagte Franz Rasp, um die Kehlsteinlinie auf gutem Kurs zu halten, und vor allem für optimale Sicherheit zu sorgen.

RVO-Geschäftsführer Veit Bodenschatz nutzte die Gelegenheit für sein Resümee zur Saison. Es sei auch in diesem Jahr viel geleistet worden, deshalb sei es richtig, am Ende zu feiern. Launig ging er auf den von Franz angesprochenen busfreien Tag wegen eines Einbruchs ein. Das Geld wäre ja nicht wirklich weg, es sei nur im Moment woanders.

Bodenschatz ging auch auf das Jubiläum ein, dass die Firma »Regionalverkehr Oberbayern« in diesem Jahr begehe. Vor 40 Jahren gegründet, nahm diese am 1. Juni 1956 den Fahrdienst auf. Die RVO sei in dieser Zeit ein zuverlässiger, kooperativer und innovativer Partner gewesen und sei es immer noch, beispielsweise im Verbund mit der TRBK, dem Straßenbauamt und allen Beteiligten. »Stark verwurzelt in der Region, fühlen wir uns hier beheimatet. Wir wollen Dienstleistungen erbringen in der Region, für die Menschen, die hier leben.«

Georg Winkler schafft 15 000 Fahrten

Am Ende des offiziellen Teils und bevor TRBK-Vorsitzender Franz Rasp und RVO-Bereichsleiter Andreas Datz kleine Dank-Geschenke verteilten, gab es den obligatorischen Höhepunkt, die Ehrung der Fahrer. Diese hatten die 1 000er-Grenze innerhalb der Saison überschritten. Dies gelang erstmals Thomasz Aradi und zum zweiten Mal schon Markus Winkler. Dieser hat damit vielleicht die »Jagd« auf den Familienrekord eröffnet, den der Vater hält. Markus Winkler erzielte immerhin die aktuelle Saisonbestleistung mit 690 Fahrten. Fantastische 9 000 Mal fuhr Bernhard Schübel bis jetzt bergauf und bergab.

Und dann kam der bisher unangefochtene Kehlsteinkönig Georg Winkler, dem auf einer Urkunde 15 000 Fahrten bescheinigt wurden. Gut gelaunt erzählte Georg Winkler einige Anekdoten aus seinem langen Fahrerleben, etwa die von den Fahrgästen, die ihn in den Bereich der Eunuchen einordneten, weil sie die vom Tonband kommende informierende Frauenstimme ihm zuordneten.

Andreas Datz sagte, man dürfe nicht vergessen, dass es neben der Kehlstein-Linie, die derzeit von 18 Fahrern bedient werde, auch noch viele Kollegen gebe, die ganzjährig den »normalen« Liniendienst versehen und dabei durchweg einen guten Job machten. Auch ihnen und dem weiteren »Kehlstein-fernen« Personal gebühre Dank und der Hinweis, dass auch sie ihren Anteil an einem erfolgreichen Jahr hätten.

Georg Winkler übrigens sorgte als bislang einsam thronender Kehlstein-König nicht nur für den Rekord des Abends, sondern mit drei Mitstreitern auch für den zünftigen musikalischen Rahmen. Dieter Meister