weather-image
26°

Rund 140 Nachwuchsmusiker bei »Jugend musiziert«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Sie freuten sich über die Auszeichnung nach der Jurywertung für Violine, zum Teil mit Weiterleitung (von links): Klara Heiler aus Traunstein (1. Preis), Norman Spaeth aus Rosenheim (1. Preis), Franziska Deser aus Tittmoning (1. Preis), Manuel Lauerer aus Trostberg (1. Preis), Vincent Klapfenberger aus Trostberg (2. Preis), Julia Schuster aus Traunstein (1. Preis) und Johanna Hamberger aus Prien (3. Preis). (Foto: Effner)

Sich im Wettstreit mit anderen Instrumentalisten als Solist oder im Ensemble vor Publikum und einer fachkundigen Jury zu präsentieren: Für rund 140 Nachwuchsmusiker aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf, Altötting und Ro-senheim ist dieser Wunsch beim 56. Regionalentscheid des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert« in Traunstein in Erfüllung gegangen.


Während der Samstag mit 66 Teilnehmern in vier parallelen Wertungen ganz den Streichern gehörte, bot der Sonntag mit den Kategorien Klavier und ein Blasinstrument, Gesang (Pop), Vokalensemble, Zupf-Ensemble Zither, Alte Musik und Hackbrett-Ensemble ein eher buntes Bild.

Nach dem Start von »Jugend musiziert« in 140 Regi-onen Deutschlands werden aus Traunstein 24 Solisten und 16 Ensembles als 1. Preisträger zum Landeswettbewerb nach Hof fahren. Er findet vom 12. bis 15. April statt. Der Bundeswettbewerb folgt vom 6. bis 13. Juni in Halle an der Saale. In Traunstein lobten Teilnehmer, Eltern und Jury einhellig die gute Vorbereitung, Organisation und Atmosphäre des Regionalentscheids.

Bis zu einem halben Jahr vor der Entscheidung haben die Jungmusiker im Alter zwischen 8 und 19 Jahren intensiv an Auswahl und Vortrag der ausgewählten Stücke mit ihren Lehrern gearbeitet. Zwischen 6 und 20 Minuten dauerte das Vorspiel der aus Klassik und Moderne gewählten Stücke. Entsprechend aufgeregt waren gerade die jüngeren Semester bei der Präsentation vor Publikum und den Jurys, die, verteilt auf die verschiedenen Kategorien, aus insgesamt 27 Juroren bestan-den.

»Wer beim Regionalentscheid mitmacht, hat Mut, Nervenstärke, Ausdauer, Fleiß und Kooperationsbe-reitschaft beim Proben mit Begleitern zu beweisen. Das ist der größte Gewinn an einer Wettbewerbsteilnahme. Der errungene Preis ist nur noch die Kirsche auf dem Kuchen«, sagte Silke Aichhorn. Die international anerkannte Harfenistin ist seit 2017 Geschäftsführerin des Regionalentscheids in Traunstein. Sie ist selbst regelmäßig Mitglied in vielen hochkarätigen Jurys bis zum Bundeswettbewerb von »Jugend musiziert«.

Rund 16 Mal wurde heuer die Spitzenleistung von 25 Punkten vergeben, die – außer in den beiden unteren Altersklassen – eine Weiterleitung garantiert. Als eines der wirklich großen Talente ragte dabei der Querflötist Fabian Egger aus Altenmarkt heraus. Der Bub ist gerade zwölf Jahre alt geworden und spielt bereits seit mehr als sechs Jahren auf seinem Instrument. »Fabian spielt in seinem Alter schon Werke, die andere erst im Studium lernen«, erzählte Silke Aichhorn.

Konzentration und die Hoffnung auf eine große Karriere als Streicher lagen am ersten Wettbewerbstag in der Luft. In den Proberäumen wurden derweil fleißig schwierige Passagen geübt. Väter und Mütter waren in Fachgespräche vertieft, Jurymitglieder tauschten sich aus und ein paar junge Nachwuchsmusiker ver-suchten feixend, ihre Nervosität zu vertreiben. Mit poppig bunt in Blau und Grün angemalten Mini-Bässen zogen zwei Buben aus der Klasse des Mühldorfer Bassisten Claus Freudenstein wie Ritter mit Schild vorbei in den Wettstreit um Punkte und Bewertungen.

Eher heiter und gelöst zeigte sich die Stimmung am zweiten Tag. Auf dem Hackbrett legten besonders die Teilnehmer aus dem Landkreis Rosenheim ein großes Können an den Tag, sodass hier zahlreiche Preise mit Weiterleitung vergeben wurden. Bereits im letzten Jahr trat in den Solowettbewerben Hackbrett und Zither die bundesweit größte Gruppe beim Regionalwettbewerb in Traunstein an, darunter auch mehrere spätere Bundespreisträgerinnen. Es war faszinierend zu hören, wie auch ein Tango oder Blues auf den traditionellen Volksmusikinstrumenten klingen.

Aus dem Landkreis Berchtesgadener Land räumte der erst achtjährige Trompeter Nikola Curovic zwei erste Preise mit 25 Punkten ab und auch die Geschwister Anna und Maria Borovkova aus Bad Reichenhall verzeichneten tolle Erfolge. Aus dem Landkreis Altötting überzeugte Lucy Zellhuber aus Neuötting auf dem Violoncello die Jury für ein Ti-cket zum Landesentscheid. Die Waldkraiburgerin Sabine Veronika Libera heimste für ihren Violoncellovortrag ebenfalls eine Fahrkarte nach Hof ein. Axel Effner