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Rückkehr in die Heimat wegen der Musik

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Die Sänger und Musikanten aus Bayern und Österreich im »Auerwirt«. (Fotos: Stanggassinger)
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Roland Rotter spielte den Böhmischen Bock, einen Dudelsack.

Berchtesgaden – Ein viertägiges Sänger- und Musikantentreffen hatte Christa Münzer aus München bis gestern Sonntag im »Auerwirt« organisiert. Die pensionierte Lehrerin ist eine gebürtige Berchtesgadenerin. Es ist die Liebe zur Heimat, die sie bereits zum 20. Mal für volksmusikalische Aktivitäten zurück in ihren Geburtsort zog.


Christa Münzer ist Mitglied in mehreren volksmusikalischen Vereinen, dem Salzburger VolksLiedWerk, dem Oberösterreichischen Volksliederwerk und dem Bayerischen Landesverband für Heimatpflege. Sie besucht Seminare und unterstützt vor allem die Kinder- und Jugendarbeit in den Vereinen. Christa Münzer hat selbst einmal in einem Viergesang bei den »Vorbergler Sängern« gesungen. Aus ihren zahlreichen musikalischen Bekanntschaften lädt sie dann nach Berchtesgaden ein.

Während des viertägigen Aufenthalts in Berchtesgaden, an dem insgesamt 28 Sänger und Musikanten aus Österreich und Bayern teilnahmen, gab es einen Besuch im Adlergehege am Obersalzberg und einen Spaziergang auf dem Soleleitungsweg mit Einkehr im »Zipfhäusl«. Musikalischer Höhepunkt war der Freitagabend im »Auerwirt«. Zu diesem Abend kamen die Teisendorfer Tanzlmusi und die Lockstoa Musi. Den Auftakt mit der »Weissbacher Polka« machte eine Gruppe aus Geigerin Gerli Hernler, Geiger Kaspar Gehr, Gitarristin Ingrid Pointner und Kontrabassist Hubert Dasch. Es gab kein Programm, plötzlich stimmte jemand einen Jodler an und dann wurde gesungen. Zu Walzer oder Polkastücken der Teisendorfer Tanzlmusi oder der Lockstoa Musi wurde sofort getanzt.

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Organisatorin Christa Münzer freute sich sehr über das Kommen von Sigi Ramstötter.

Geigerin Gerli Hernler erzählte dem »Berchtesgadener Anzeiger«, dass sie schon seit 27 Jahren bei den Genussgeigern im Salzkammergut mitspielt. Stolz verwies sie darauf, dass die Genussgeiger Träger des Immateriellen Kulturerbes »IKES« sind.

Eine Besonderheit an dem Abend im »Auerwirt« war auch das Instrument von Roland Rotter aus der Oberpfalz. Er spielte auf einem »Böhmischen Bock«. Dieses Instrument ist ein Dudelsack, der bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Dorfmusik Verwendung fand. Die Luft wird nicht durch ein Mundstück eingeblasen, sondern mittels Oberarm gedrückt. Somit hat der Musikant auch die Möglichkeit zu singen. Im »Auerwirt« wurde der Böhmische Bock wie früher begleitet von einer Geige und einer Bassgeige.

Dass Musik verbindet und jung hält, zeigten zwei Ziachspieler. Für ein Foto hat der »Anzeiger-Fotograf« den 90-jährigen Sigi Ramstötter und den 84-jährigen Stefan Falk zusammengesetzt. Sofort fingen die beiden zu spielen an. Es war eine Premiere und die hat wunderbar geklappt.

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Der 84-jährige Stefan Falk (l.) aus Linz und der 90-jährige Sigi Ramstötter aus Teisendorf.

Bernhard Stanggassinger