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Konzert mit Claus Freudenstein und Thomas Hartmann im Traunreuter k1

Rock-Kammermusik vom Feinsten

»Crossing Borders« haben sie ihr Projekt benannt, das der Mühldorfer Kontrabassist Claus Freudenstein und der aus Traunwalchen kommende Pianist Thomas Hartmann jetzt im gut besuchten Studiotheater des Traunreuter k1 vorstellten.

Thomas Hartmann am Klavier, Claus Freudenstein am Kontrabass. (Foto: Heel)

Dahinter stand die Lust, weltberühmte Rock- und Popsongs mit Kammermusik in Einklang zu bringen, sie so zu bearbeiten, dass aus ihnen etwas Neues entsteht. Und natürlich die Freude an ungewöhnlichen Klängen, am instrumentalen Zwiegespräch, am gefühlvollen Zusammenspiel. Ein Vorhaben, das den beiden Musikern so virtuos wie einzigartig gelungen ist, zumal Freudenstein mit seiner Formation »Bassmonsters« ein weiteres Projekt dieser Art erfolgreich am Laufen hat.

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Erklärende Sätze und Anekdoten zu den Stücken

Freudenstein war es auch, der als Moderator fungierte und zu jedem der Stücke ein paar erklärende Sätze parat hatte, verknüpft mit manch einer Anekdote zur Entstehungsgeschichte. Etwa zum Stück »Space Monster« des spanischen Komponisten und Kontrabassisten Simon Garcia, mit dem er sich in Kopenhagen unter recht ungewöhnlichen Umständen angefreundet hatte. Oder zu »7. de Julio/Siebter Juli«, einer Komposition des Argentiniers Andrés Martín, den er bei einem Auftritt in Tijuana/Mexiko kennengelernt hatte und der in dieser vom Drogenkrieg gebeutelten Stadt trotz aller Widrigkeiten Kindern Musikunterricht erteilt.

Es war also auch geografisch ein wahrhaft grenzüberschreitendes Konzert, das Claus Freudenstein und Thomas Hartmann an diesem Abend im k1 gaben, schließlich standen neben den beiden genannten Stücken auch noch Werke von Künstlern aus Großbritannien, Irland, Italien, Jamaika und natürlich den USA auf ihrem Programm. Songs und Melodien, die sie auf immer wieder überraschende Weise in ein neues Licht rückten, von Freudenstein mit einfallsreichen Bassläufen voller Dynamik und Drive, die alles ausdrückten, was an Klang, Technik und stilistischer Breite diesem Instrument zu entlocken ist, kongenial verbunden mit Hartmanns so farbenreichem wie temperamentvollem Klavierspiel.

Konzert der Extraklasse und ein echtes Hörvergnügen

So war es denn ein richtiges Erlebnis, Rockklassiker wie »Highway Star« von Deep Purple oder »Sweet Child Of Mine« von Guns’n’Roses im Gewand einer Kammermusik präsentiert zu bekommen, mal einen Song von Adele wie »Someone Like You« ohne Adele zu hören, oder der grandiosen Titelmelodie aus Nino Rotas Soundtrack zu »Der Pate« zu lauschen, von Hartmann in perlende Improvisationsketten verwandelt. Kurzum, ein Konzert der Extraklasse und ein echtes Hörerlebnis, für Beethoven-Verehrer wie auch für Rockmusikfans. Wolfgang Schweiger