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Risiko einer Infektion mit Coronavirus »derzeit gering«

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Coronavirus Landkreis Traunstein
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Dr. Wolfgang Krämer, Leiter des Gesundheitsamts, rät grundsätzlich: »Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden.«

Das neuartige Coronavirus, das in China aufgetreten ist und sich immer mehr ausbreitet, ist in Bayern angekommen. Ein Mann hat sich im Landkreis Starnberg mit dem Virus infiziert. Im Interview mit dem Traunsteiner Tagblatt bezeichnet Dr. Wolfgang Krämer, der Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, das Risiko, sich in Bayern mit dem Virus zu infizieren, »derzeit als gering«.


Der Landkreis Starnberg ist nicht weit weg. Wie groß ist Ihrer Ansicht nach die Gefahr, dass das Coronavirus auch in den Landkreis Traunstein kommt?

Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der »Task Force Infektiologie« des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet.

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Was unternimmt der Landkreis Traunstein?

Um die Ausbreitung respiratorisch übertragbarer Krankheiten zu vermeiden, sollten ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen durch das neuartige Coronavirus gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten gehalten werden. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten. Mit einem Import einzelner Fälle nach Deutschland muss gerechnet werden. Um eine Weiterverbreitung in Deutschland zu verhindern, ist es wichtig, diese Fälle früh zu erkennen, sie zu isolieren und Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten. Über die derzeit bekannten Fachempfehlungen des RKI wurden die Ärzte des Landkreises Traunstein vom Gesundheitsamt informiert.

Was passiert, wenn eine Infektion mit dem Virus auftritt?

Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, aber auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies dem Gesundheitsamt gemäß Infektionsschutzgesetz melden. Die Meldung muss unverzüglich erfolgen und dem Gesundheitsamt spätestens innerhalb von 24 Stunden vorliegen. Dabei müssen auch Name, Adresse und Kontaktdaten der betroffenen Person dem Gesundheitsamt gemeldet werden, damit das Gesundheitsamt die Person kontaktieren kann und die notwendigen Maßnahmen – zum Beispiel die Ermittlung weiterer Kontaktpersonen – einleiten kann.

Wie gefährlich ist das neuartige Coronavirus?

Gewöhnliche Coronaviren verursachen meistens milde Erkältungssymptomatik mit Husten und Schnupfen. Bestimmte Coronaviren können aber auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Das neue Coronavirus scheint mit einem schwereren Verlauf einherzugehen. Todesfälle traten allerdings bisher vor allem bei Patienten auf, die bereits zuvor an schweren Grunderkrankungen litten.

Welche Ratschläge geben Sie den Bürgern im Landkreis Traunstein?

Beim Husten oder Niesen sollte möglichst kein Speichel oder Nasensekret in die Umgebung versprüht werden. Sich beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund zu halten, wird oft für höflich gehalten. Aus gesundheitlicher Sicht aber ist dies keine sinnvolle Maßnahme: Dabei gelangen Krankheitserreger an die Hände und können anschließend über gemeinsam benutzte Gegenstände oder beim Hände schütteln an andere weitergereicht werden.

Was ist sinnvoll?

Um keine Krankheitserreger weiterzuverbreiten und andere vor Ansteckung zu schützen, sollten Erkrankte die Regeln der sogenannten Husten-Etiquette beachten, die auch beim Niesen gilt:

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg.
  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60 Grad gewaschen werden.
  • Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und ebenfalls sich dabei von anderen Personen abwenden.


An Atemwegsinfektionen Erkrankte sollten den Kontakt zu anderen Menschen soweit als möglich begrenzen und bei Bedarf ärztlichen Rat bei ihrem Hausarzt oder Hausärztin einholen. 

Gernot Pültz 

Was ist zu tun, wenn man betroffen ist?