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Porträt

Rex Tillerson: Manager mit gutem Draht nach Moskau

Washington (dpa) - Chefdiplomat ohne politische Erfahrung - einen Außenminister wie Rex Tillerson hatten die USA noch nie. Dafür verfügt der Texaner (64) als Ex-Chef des weltgrößten Mobilölkonzerns ExxonMobil über weltweite Geschäftskontakte.

Einige der engsten Verbindungen hat Tillerson nach Russland, mit Präsident Wladimir Putin versteht er sich auch persönlich gut. 2013 zeichnete Putin ihn mit einem Orden der Freundschaft aus. Tillerson hält nichts von Sanktionen gegen Moskau.

Kritiker sehen in seiner Nominierung einen besonders schweren Fall drohender Interessenkonflikte. Exxon ist auf allen Kontinenten unterwegs und unterhält Operationen in mehreren Dutzend Ländern.

Der Ölmanager war Ende Dezember als Vorstandschef zurückgetreten. Er hatte mit Exxon ein millionenschweres Paket ausgehandelt. Alle finanziellen Verbindungen werden gekappt.

Sachpolitisch ist Tillerson nicht leicht einzuordnen. Als Exxon-CEO vertrat er vehement die Interessen der fossilen Energieindustrie, erkannte aber den Klimawandel als echt und ernst an. Angeblich ist gegen einen US-Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Positionen zu Syrien, zu Nahost, dem internationalen Terrorismus oder dem Verhältnis zu China sind nicht hinterlegt.

Der Multimillionär wird als sehr konservativ beschrieben, andererseits hat er als jahrelanger Präsident der Pfadfinder die Organisation für homosexuelle junge Männer geöffnet. Bei Exxon verbrachte Tillerson fast sein ganzes Berufsleben. Es heißt, daneben hätten ihn die Boy Scouts mindestens ebenso geprägt. Tillerson ist verheiratet, das Paar hat vier Kinder.

Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs unterstützte Tillerson Jeb Bush, Floridas Ex-Gouverneur.

Washington Post

New York Times