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Über 200 Veranstaltungen in der Umweltbildung

Rekord für das »Haus der Berge«

Schönau am Königssee – Der Nationalpark Berchtesgaden hatte nicht immer das beste Renommee in der Berchtesgadener Bevölkerung. Zu kritisieren gab es während der Informationsveranstaltung im Gasthaus »Unterstein« aber kaum etwas. Recht wenige Bürger waren gekommen. Die Beiträge der Referenten zeigten auf, dass sich im Bereich des Nationalparks und vor allem auch im und um das »Haus der Berge« einiges tut. Die umstrittene Architektur sorge dafür, dass 30 Prozent der Besucher gerade deswegen das Haus besuchen, erklärte Hauschef Ulrich Brendel.

Die Gemeinden Ramsau und Schönau am Königssee harmonieren mit den Verantwortlichen des Nationalparks Berchtesgaden in steten Dialogen. Dies machte auch die Informationsveranstaltung im Gasthaus »Unterstein« deutlich (v.l.): Rudi Fendt, Dr. Michael Vogel, Hannes Rasp, Peter Niederberger, Andrea Heiß und Ulrich Brendel. (Foto: Wechslinger)

Nachdem Bürgermeister Hannes Rasp die knapp 50 Gäste begrüßt hatte, informierte Nationalparkchef Dr. Michael Vogel, dass nach zwei Personalreduzierungen nun dringender Bedarf an Stellen bestehe.

Gute Zahlen für das Nationalparkzentrum

Ulrich Brendel gab als Hausverantwortlicher einen Überblick über die Belange des »Hauses der Berge«. So sei das Haus an 350 Tagen im Jahr geöffnet gewesen und von 220 000 Menschen besucht worden. Man habe 300 Führungen umgesetzt und 55 Veranstaltungen organisiert. Das Haus sei mittlerweile eine Begegnungsstätte, so Brendel, der die Besucherströme mit dem Gästeaufkommen in den starken Reisemonaten verglich. Brendel sagte, dass ermittelte 30 Prozent der Besucher alleine wegen der Architektur den Weg in das Nationalparkzentrum fänden. Brendel freute sich darüber, dass die Ausstellung so gut ankomme, besonders die Ausstellung »Vertikale Wildnis« fasziniere die Besucher.

Als Leiter des Adlerprojekts ging Diplom-Biologe Ulrich Brendel auch auf die Situation der Steinadler im Nationalpark ein. Dabei informierte er, dass bei 14 Paaren sieben Jungadler gezählt worden waren und dass zuletzt nur ein Brutabbruch zu verzeichnen gewesen sei. Der Nationalpark Berchtesgaden sei die einzige Region, die sich noch für den Steinadler interessiere. Nachdem er selbst sehr an die administrativen Arbeiten im »Haus der Berge« gebunden sei, zeigte er sich zufrieden, in Toni Wegscheider einen Mann gefunden zu haben, der sich mit ganzer Kraft um das Adlerprojekt kümmere.

Vielfältige Bildungsveranstaltungen

Andrea Heiß sprach für das Ressort Umweltbildung und hielt Rückschau auf vielfältige Veranstaltungen. Etwa 25 000 Personen seien in 205 Veranstaltungen gezählt worden, so Heiß, die sich freute, dass die Angebote vor allem bei Kindern gut ankommen. Peter Niederberger referierte über den Einschlag in verschiedenen Revieren und die Situation um den Borkenkäfer. Auch die Sanierung verschiedener Wege und Steige sprach Niederberger an. Bergführer Ulli Stöckl zeigte sich enttäuscht, dass außer den mit dem Nationalpark verbundenen Personen so wenige Bürger zur Versammlung gekommen waren. Der Ramsauer konnte sich seinen Unmut über die Holzverkleidung des »Hauses der Berge« nicht verkneifen und sprach auch beim geplanten Umbau des Kongresshauses in Berchtesgaden von der nächsten »Verschandelung«. Christian Wechslinger