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Rekord bei Trikotwerbung: 500 Millionen-Marke geknackt

Berlin (dpa) - Die Trikotbrust ist für Europas beste Fußball-Clubs so wertvoll wie eine Goldader. Trotz anhaltender Wirtschaftskrise kassieren die Vereine der führenden sechs Ligen des Kontinents in dieser Saison durch die Werbung auf ihren Shirts erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro.

Jubel
Die Bayern-Spieler Franck Ribéry (l-r), Xherdan Shaqiri und Dante bejubeln einen Treffer in der Bundesliga. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

Und die 18 Bundesliga-Vereine sind an der Rekordmarke von insgesamt 522 Millionen Euro mit einem Löwenanteil von 119,8 Millionen Euro beteiligt. Laut einer Studie des Unternehmens Sport+Markt können nur die 20 Vereine der englischen Premier League mit 148,7 Millionen Euro die deutsche Quote toppen.

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Hinter der Bundesliga folgen Italien (82,8 Millionen Euro), Spanien (78,7), Frankreich (52,3) und die Niederlande (39,8). «Der Schritt über die Schallmauer von 500 Millionen Euro Gesamteinnahmen zeigt: Trikotsponsoring ist ein Premium-Kommunikationsinstrument. Gerade in Krisenzeiten setzen Unternehmen auf solche Premiumplattformen, um ihre Kunden zu erreichen», sagte Philipp Kupfer von Sport+Markt zu den Ergebnissen der eigenen Studie.

Die Zahlen zeigen aber auch: Der Fußball ist in Europa längst eine Zweiklassengesellschaft. Die fünf Topvereine FC Barcelona, Manchester United, FC Liverpool, Real Madrid und Bayern München kommen mit einer Summe von 126 Millionen Euro auf mehr als 20 Prozent der Gesamteinnahmen aller 116 Erstligisten. Laut Sport+Markt ist allerdings in keinem Land die Schere zwischen großen und kleinen Clubs so gering wie in Deutschland.

Laut des «European Jersey Reports» liegt der FC Bayern München durch seinen mit 23 Millionen Euro dotierten Vertrag mit der Deutschen Telekom gemeinsam mit Real Madrid (bwin) auf Platz vier aller Vereine. Der FC Barcelona (Qatar Foundation) führt dieses Ranking mit 30 Millionen vor Manchester United (AON) und dem FC Liverpool (Standard Chartered) mit je 25 Millionen Euro an.

Die Zahlen beziehen sich auf die Basissummen ohne mögliche Sonderprämien und beruhen auf Recherchen und der Expertise des Unternehmens Sport+Markt. Die Vereine und Sponsoren bestätigen die Zahlen in der Regel nicht öffentlich.

Im Gegensatz zu den Ligen aus England, Italien und Spanien konnten die Bundesliga-Vereine ihre Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr nicht signifikant steigern. 0,7 Millionen Euro mehr bekommen die deutschen Clubs, in England wurden gleich 18,2 Millionen Euro draufgepackt, in Italien 6,9 Millionen Euro und in Spanien 9,9 Millionen Euro.

«Mit Berlin, Köln und Kaiserslautern sind drei ,Schwergewichte' abgestiegen und in zwei Fällen sind Newcomer an ihre Stelle getreten: Fürth und Düsseldorf. Da beeindruckt es, dass die Bundesliga ihre Trikotwerbeeinnahmen auf so hohem Niveau sogar leicht steigern konnte», analysiert Sport+Markt. Der Zuwachs in England wird durch den günstigen Wechselkurs des Pfunds und den Top-Deal von Chelsea mit Samsung begründet. In Spanien und Italien wird Trikotsponsoring mittlerweile mehr Beachtung geschenkt als in früheren Jahren.

Hauptinvestor in Trikotwerbung ist europaweit die Finanzbranche mit 111,5 Millionen Euro. Den größten Zuwachs verzeichnete die Automobilindustrie durch eine Verdoppelung auf 40 Millionen Euro - begünstigt durch die Deals von Juventus Turin mit Jeep und Olympique Lyon mit Hyundai. In Deutschland sind Energiedienstleister die Top-Geldgeber für den Trikot-Schriftzug mit 39 Millionen Euro.