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"Reichenbachpumpe" für Traunsteiner Salinenpark

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Viele Jahrzehnte war eine voll funktionstüchtige „Reichenbachpumpe“ im Chemiepark Gendorf aufgebaut. Anlässlich der 400-Jahr-Feier der Soleleitung Reichenhall-Traunstein hat InfraServ Gendorf die Pumpe jetzt der Stadt Traunstein geschenkt. Sie wird noch dieses Jahr nach Traunstein transportiert und soll im Salinenpark eine neue Heimat finden. Foto: © Tilo Rosenberger-Süß / InfraServ Gendorf

Traunstein – Fast 60 Jahre war sie im Chemiepark Gendorf aufgebaut – jetzt wechselt die historische "Reichenbachpumpe" Standort und Eigentümer.


Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel und der Geschäftsleiter der InfraServ Gendorf Dr. Bernhard Langhammer haben den Schenkungsvertrag für die komplett erhaltene und funktionstüchtige „Reichenbachpumpe“ unterzeichnet. Die Maschine geht in das Eigentum der Stadt Traunstein über und wird rechtzeitig zum 400-jährigen Jubiläum der Soleleitung Reichenhall-Traunstein im neuen Salinenpark aufgestellt. Stadt und Landkreis Traunstein werden dieses Jubiläum mit einer Festwoche im August 2019 begehen.

Sie gilt als geniale Konstruktion ihrer Zeit: Die „Reichenbachpumpe“ oder auch Wassersäulenmaschine, benannt nach dem bayerischen Erfinder und Ingenieur Georg Friedrich von Reichenbach. Anfang des 19. Jahrhunderts war Reichenbach für den Bau neuer Soleleitungen von Traunstein nach Rosenheim beauftragt, um die Sole von den Salinen in Reichenhall und Berchtesgaden über Traunstein nach Rosenheim zur Salzherstellung befördern zu können. Dabei setzte Reichenbach auf die eigens von ihm entwickelten Solehebemaschinen. Mit diesen gelang es, trotz vorhandener Höhenunterschiede Wasser für die Soleleitungen zu heben.

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Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel (vorne rechts) freut sich gemeinsam mit den Mitgliedern des Fördervereins Alt-Traunstein Richard Kraft (links im Bild), Dietrich von Dobeneck (hinten links) und Otto Huber (Mitte hinten) über die Schenkung der „Reichenbachpumpe“ durch ISG-Geschäftsleiter Dr. Bernhard Langhammer und ISG-Bereichsleiter Alfred Sandner (rechts). Foto: © Tilo Rosenberger-Süß / InfraServ Gendorf

Heute sind nur noch wenige der mehrere Tonnen schweren Pumpen zu bestaunen, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Einsatz waren. Darüber, was 1959 den damaligen Werkleiter Dr. Karl Huttner bewogen haben mag, eine der außer Dienst gestellten „Reichenbachpumpen“ zu erwerben und im damaligen Werk Gendorf zu installieren, gibt es keine Aufzeichnungen. Huttner hat sich auf jeden Fall sehr für die oberbayerische Geschichte, Kultur und wirtschaftliche Entwicklung interessiert – so auch für das Reichenhaller Salzwesen. Tatsache ist allerdings auch, dass Salz wichtiger Rohstoff für die PVC-Produktion ist, die zu Huttners Zeiten in Gendorf systematisch ausgebaut wurde. Im Gespräch war damals scheinbar auch eine Soleleitung von Reichenhall nach Gendorf für den Salzbedarf im Werk Gendorf.

Aufgebaut wurde die „Reichenbachpumpe“ im Werk 1959 in einem eigens dafür gebauten, in Größe und Aussehen den ehemaligen Brunnhäusern gleichenden Gebäude. Die Pumpe selbst stammt von Bergham, einer Pumpstation südlich des Chiemsees an der Leitung zwischen Traunstein und Rosenheim. Eine Renovierung des Pumpengebäudes und der Pumpe selbst fand 1979/1980 unter Verantwortung des damaligen Chefingenieurs und Direktors der Technischen Abteilung Dr. Johannes Schurig statt. Die Pumpe selbst war funktionstüchtig und konnte einen Springbrunnen in einem nahegelegenen Feuerlöschteich betreiben. 2007 wurde der Betrieb eingestellt, weil der Löschteich einem Gebäude weichen musste.

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Nun wird die „Reichenbachpumpe“ in Traunstein zu neuen Ehren kommen: Denn der Sommer 2019 wird in Traunstein ganz im Zeichen des Gedenkens an die Traunsteiner Saline und den Bau der ersten Soleleitung der Welt von 1619 stehen. Hierzu plant der Landkreis Traunstein die „Chiemgauer Kulturtage 2019“ auf dem Gelände des Salinenparks zu eröffnen. Schwerpunkt der Kulturtage werden das Thema Salz und seine Bedeutung für die Region sein. Dabei sollen auch historische Solepumpen in Betrieb genommen und vorgeführt werden. Über die Schenkung der „Reichenbachpumpe“ freute sich Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel daher besonders: „Wir sind wirklich unglaublich dankbar für dieses industrielle Kleinod. Schon jetzt kann ich zusichern, dass die ‚Reichenbachpumpe‘ in Traunstein einen würdigen und repräsentativen Platz erhält.“ Unterstützt wird er dabei vom Förderverein Alt-Traunstein, dessen Mitglieder sich für die Schenkung in besonderem Maße  eingesetzt hatten. Noch in diesem Jahr wird die „Reichenbachpumpe“ nach Traunstein gebracht.

Pressemeldung der Stadt Traunstein und der Unternehmenskommunikation InfraServ Gendorf