weather-image

»Recht auf Breitband«

Berchtesgaden - Nachhaltigkeit ist für Dieter Janecek ein wichtiges Thema. »Aber es gibt noch andere Bereiche, die von uns Grünen angesprochen werden müssen«, sagte der bayerische Landesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen während eines Besuchs in Berchtesgaden. Die Breitbandversorgung für Unternehmen etwa. In dieser Hinsicht müsse im Talkessel noch viel passieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Breitband für den Talkessel fordern der Landeschef der Grünen, Dieter Janecek, Kreisvorsitzender Prof. Dr. Bernd Zimmer und Michael Drummer (v.l.). Anzeiger-Foto

Dieter Janecek war auf Stippvisite im Talkessel. Zusammen mit dem Kreisvorsitzenden der Berchtesgadener Grünen, Prof. Dr. Bernhard Zimmer, besuchte er mittelständische Betriebe vor Ort. »Wir haben hier viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze«, sagte er. Aber die Bedingungen seien nicht immer die besten.

Anzeige

Zu Besuch waren die Grünen etwa bei der Firma »CB Feinmechanik« im Gewerbegebiet Gartenau. »Das ist ein Betrieb, der seine produzierten Kleinteile weltweit verkauft«, sagte Janecek. Ein Betrieb mit Perspektive also. Nur krankt es an den Rahmenbedingungen. Etwa an der Breitbandversorgung, die im Talkessel technisch noch nicht ausgereift sei. »Die heimischen Firmen müssten Pläne mit großen Datenmengen versenden, es geht aber nicht.« Weil der Ausbau der Breitbandversorgung auf sich warten lässt. Deshalb sei man immer wieder darauf angewiesen, den Weg per Post oder Express zu wählen. Konkurrenzfähigkeit geht anders.

Janecek kritisiert den Status quo. Doch wie besser machen? Welche Summen müssten investiert werden, um eine moderne Breitbandversorgung zu garantieren? Genaue Zahlen haben die Grünen-Männer zwar nicht parat, aber darauf komme es auch gar nicht so an. Viel wichtiger sei, dass die Entscheidungsträger erkennen, dass der Handlungsbedarf groß ist. »Es muss begriffen werden, dass man im Talkessel nur dann qualifizierte Arbeitsplätze ansiedeln und halten kann, wenn das Drumherum stimmt«, sagte auch Kreisvorsitzender Bernhard Zimmer. Ziel sei, den Standard der Städte auch für das Land zu erreichen.

Bislang werde das Berchtesgadener Land vor allem als ein Ort für Touristen wahrgenommen. Als Region für Urlaubsgäste, die es auf schöne Landschaften, Sport und ein bisschen Kultur abgesehen haben. Aber der Landkreis sei ja viel mehr, so Zimmer. Ein Ort der Hochtechnologie. Viele Firmen gibt es, die im Bereich der Kleinteileproduktion weltweit Erfolge feiern. Und die Pläne haben zu expandieren. So auch »CB Feinmechanik« oder die Bachmaier GmbH, die Otoplastiken für Akustiker liefert - Spezialanfertigungen. »Man muss froh sein, dass hier solche Firmen ansässig sind - und bleiben wollen.«

Die Unternehmen hätten ein »Recht auf Breitband«, sagte Janecek. Natürlich könne es nicht sein, dass der gesamte Raum eine bestmögliche Versorgung garantiert bekommt. Aber wenigstens müsse man Schwerpunkte setzen. Etwa an Orten, an denen sich bewusst Firmen ansiedeln: Gewerbegebiete. Zimmer sagte, dass das Berchtesgadener Land auch grenzüberschreitend als Testregion für die Satellitennavigation bekannt sei. »Die haben sich hier einen Namen gemacht.«

Umso wichtiger ist es, dass die Ausgangslage passt. Grünen-Landeschef Dieter Janecek forderte, dass es eine kommunale Grundversorgung an Daten geben müsse. Sei diese garantiert, hätte man als Kommune den entscheidenden Standortvorteil. kp