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»Rauchen, Saufen, Sex und Drogen«

Schönau am Königssee – »Was soll denn das heute geben?«. Die Frage eines Schülers am Turnhalleneingang der Christophorusschule am Dürreck wurde schnell von einem Klassenkameraden beantwortet: »So ein Typ redet mal wieder über Gesundheit.« Kabarettist Ingo Vogl hatte mit den Schülern allerdings anderes vor: »Worüber wollen wir gemeinsam reden?«. Diese Frage kam für so manchen überraschend.

Der Kabarettist Ingo Vogl fand schnell einen Draht zu den Schülern. Foto: Harald Schröder-Schäfer

»Ich denke, ich rede mit euch über die Dinge, die euch bewegen, nämlich über Rauchen, Saufen, Sex und Drogen. Und weil es so schön ist, gleich zweimal über Sex.« Vogl hatte gleich zu Beginn seines Programms die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer gewonnen. Vogl gelang es, das Publikum der 14- bis 17-Jährigen zum Zuhören zu animieren. Die angesprochenen Themen waren die, die Heranwachsende berühren. Sprechen wollen sie oft aber nicht darüber.

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Das Programm stellte eine Gratwanderung dar. Mit Witz und Leichtigkeit eroberte Vogl die Aufmerksamkeit der Schüler, um dazwischen immer wieder knallharte Informationen und Fakten aus dem Drogenmilieu und der Sexualität einfließen zu lassen.

Alkoholismus, Rauchen, illegaler Drogenkonsum, Aids, Stressabbau beim ersten Sex, Verhütung und vieles mehr waren Bestandteile der Darbietung. Witzig verpackte, selbst erlebte Geschichten regten zum Nachdenken an.

Der 1970 geborene Kabarettist arbeitete als Sozialarbeiter und Bewährungshelfer. Ehrenamtlich ist er Rettungssanitäter und als Leiter des Kriseninterventionsteams des Roten Kreuzes in Salzburg, das er mitbegründete, tätig. Seit 1998 verdient Vogl seinen Lebensunterhalt als Kabarettist. Sein Gesundheitsprogramm wurde in Zusammenarbeit mit der Salzburger Gebietskrankenkasse entwickelt und bisher von etwa 100 000 Schülern gesehen.

Totenstill wurde es in der Halle, als Vogl einen selbst erlebten Fall aus dem Rettungsdienstalltag schilderte, bei dem ein Jugendlicher nach einer Feier mit Drogenkonsum zu Tode kam. Aus Angst vor dem Ärger mit den verreisten Eltern verständigte der Gastgeber die Rettung zu spät. Der Jugendliche verstarb.

»Jeder baut einmal Mist, aber man muss zu den Konsequenzen stehen, insbesondere, wenn das Leben eines Menschen auf dem Spiel steht.« Die Stille während der Darbietung und der lang anhaltende Applaus zeigten, dass Ingo Vogl sowohl kabarettistisch überzeugen, als auch die ernsten Themen vermitteln konnte. SrS