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Rallye-Legende Walter Röhrl kommt

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Connie und Hannes Rambold vor zwei Jahren in einem dunkelroten englischen Sportwagen. Heuer nehmen sie mit einem Glas 3 000 V8 an der Edelweiß Classic teil. (Foto: Bittner)

Gepflegte Oldtimer, rassige Youngtimer, originell und geschichtsträchtig, das ist die Edelweiß Classic. Von 28. bis 30. Juni geht die beliebte Veranstaltung zum 14. Mal über die Straßen der Region, einmal mehr hat Organisator Joachim Althammer nicht nur ein illustres Feld an Fahrzeugen, sondern zudem ein gleichermaßen attraktives Programm für die Teilnehmer auf die Beine gestellt. Die Oldtimer-Freunde reisen wieder aus ganz Deutschland und Österreich an, diesmal kommt auch ein Italiener. Erstmals ist Martin Utberg von der TV-Serie »Top Speed« mit dabei.


Mit dabei ist heuer – nicht zum ersten Mal – Motorsport-Legende Walter Röhrl. »Wir freuen uns sehr, dass unser Freund und Botschafter wieder dabei sein kann«, so Althammer. Der zweimalige Rallye-Weltmeister bringt einen sechs Jahre »jungen« 918 Spyder aus dem Porsche-Museum in Stuttgart an den Start, navigiert voraussichtlich von seiner Frau Monika. Sie erhalten die Startnummer eins. Die Zwei gehört Hans und Bärbel Hofmeister mit ihrem NSU RO 80 von 1972. Martin Braxenthaler, mehrfacher Paralympics-Sieger aus Surberg, lässt sich seine übliche Teilnahme ebenfalls nicht nehmen. Diesmal mit Beifahrer Michael Strohhammer in einem Achtzylinder-Ford Mustang von 1966. Braxenthaler ist einer von dreien, neben Joachim Althammer natürlich, der von Anfang aktiv als Teilnehmer mit dabei ist. Der Dritte im Bunde heißt Helmut Dollenz, unterwegs mit Gattin Margarete in einem Austin Healey 3 000 MK II von 1963.

Auch moderne Sportwagen am Start

»20 Autos mehr als 2017 haben wir heuer am Start«, verrät Althammer, also annähernd 100. Das Feld wird sich ein klein wenig verändert präsentieren, unter anderem mit 20 moderneren Fahrzeugen, zwischen zwei und 20 Jahre »alt«. Diese durften bislang nicht mitmachen, es handelt sich in erster Linie um Sportwagen, die »für die Zuschauer genauso interessant sein dürften«, so der Organisator. Er brauche diese zusätzlichen Fahrzeuge inklusive ihrer Teilnehmer, damit sich die Veranstaltung rechnet.

Schließlich soll wie immer ein großer Betrag für den guten Zweck zusammenkommen und übrig bleiben. Der komplette Erlös der dreitägigen Benefiz-Veranstaltung kommt Menschen mit Behinderung zugute und wird für bedarfsgerechte Hilfe direkt in der Region eingesetzt. »Es geht nicht darum, der Schnellste zu sein, sondern mit Gleichgesinnten Spaß an dem zu haben, was sie alle verbindet: Fahrzeuge, die nicht nur Liebhaberherzen auf Hochtouren bringen. Dieser Gedanke prägt den Spirit der Edelweiß Classic«, sagt Althammer, der nach eineinhalb Jahrzehnten heuer die Eine-Million-Euro-Marke insgesamt knacken will.

Die Edelweiß Classic hat bereits viel bewegt: »Nun ist der Zeitpunkt gekommen, sich selbst zu bewegen«, so Althammer. »Der Wandel macht nicht Halt, weder vor der Automobilindustrie noch vor unserer Veranstaltung. Das hat uns dazu bewogen, die Benefiz-Oldtimer-Rallye zu erweitern. Vor allem, um Autonarren und -liebhaber, die nicht zwangsläufig auf ›alte‹ Autos fixiert sind, mit an Bord zu nehmen.«

Althammer und sein Team erfuhren über die Jahre derart positiven Zuspruch von Liebhabern moderner Fahrzeuge, dass die »Rallye« nun für alle geöffnet wird, die diesen Geist mittragen wollen: »Mit Autos, die etwas Besonderes sind, ohne ein Oldtimer zu sein«, sagt der Ainringer. Diese Änderung schlägt sich bereits im neuen Öffentlichkeitsauftritt nieder: Er wurde etwas »frisiert, tiefer gelegt und einem Ölwechsel unterzogen«, schmunzelt der 59-Jährige. Der familiäre und wohltätige Charakter des Events bleibt. »Jeder darf weiter nach seiner Fasson fahren, selbstverständlich unter steter Einhaltung der Straßenverkehrsordnung«, sagt Althammer.

Ein heller Freizeitraum für Piding

Wie immer haben auch die Besucher die Möglichkeit, zu spenden. Beispielsweise indem sie im Rahmen der Veranstaltung das Programmheft erwerben. Gefördert werden soll dieses Jahr der Umbau beziehungsweise die Erweiterung der Pidinger Behindertenwerkstätte. Durch die Edelweiß Classic soll ein zusätzlicher, großer lichtdurchfluteter Raum inklusive barrierefreiem Zugang und Sanitär-Anlage finanziert werden. Bislang gab es dafür lediglich ein eher unfreundliches Zimmer im Keller, welches nicht einmal für alle Menschen mit Beeinträchtigungen erreichbar war. »Diese neue Einrichtung habe ich mir lange für Piding gewünscht«, so Althammer. Hans-Joachim Bittner