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Publikumsmagnet Leopold Mozart

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Leopold Mozart auf einem Ölgemälde von Pietro Antonio Lorenzoni um 1766. (Foto: ISM)

Zu seinem 300. Geburtstag hat die Stiftung Mozarteum Salzburg Leopold Mozart (1719 bis 1787) die bislang umfangreichste Ausstellung zum Leben und Schaffen gewidmet. Rund 180 000 Besucher aus aller Welt haben sich die Sonderschau unter dem Titel »Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch im Mozart-Wohnhaus angesehen – und damit einen Besucherrekord aufgestellt.


Lange stand Leopold im Schatten seines Sohns Wolfgang Amadé, erst in den 1980er Jahren begann die Musikforschung sich intensiver mit ihm zu beschäftigen. 50 Jahre lang lebte und wirkte er in Salzburg. Die Ausstellung im Mozart-Wohnhaus, in dem die Familie ab 1773 wohnte und wo Leopold Mozart am 28. Mai 1787 starb, ging der Frage auf den Grund, wer Leopold Mozart war. Denn er gehörte zweifelsohne zu den interessantesten und vielseitigsten Persönlichkeiten seiner Zeit.

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Die thematisch gegliederte Schau, die sich mit dem Hofmusiker, Manager und Networker, Pädagogen, Komponisten und dem (Familien-)Menschen Leopold Mozart befasste, wurde durch einen Audioguide und Hörstationen – mit Originalmusik Leopolds sowie durch ein »Mozbook« (ein in Anlehnung an Facebook gestaltetes Profil) – besonders interaktiv gestaltet.

Die Dichte und Fülle von originalen Dokumenten zu Leopold Mozart, in der von Thomas Wizany gestalteten Ausstellung war einzigartig: Präsentiert wurden rund 80 Exponate, darunter wertvolle Brief- und Musikautografe, Drucke, Dokumente sowie Memorabilia, Gemälde und Grafiken. Die Leihgaben stammten aus Salzburg, Wien, Budapest, München, Augsburg, Dresden, Düsseldorf und den USA. Vieles davon war erstmalig in der Mozartstadt zu sehen. Da aus konservatorischen Gründen nicht alle originalen Exponate während der gesamten Ausstellungsdauer gezeigt werden konnten, wurden besonders sensible Dokumente in Zyklen alle drei Monate ausgetauscht. Zum Veranstaltungsprogramm gehörten Vorträge und Führungen sowie Konzerte im Tanzmeistersaal, bei denen Leopold Mozarts (viel zu) selten gespielte Werke zu hören waren.

Das Ziel der Stiftung Mozarteum, eine publikumsnahe Darstellung von Leopold Mozart innovativ in Thema und Gestaltung zu präsentieren, ist geglückt, wie Museumsdirektorin Gabriele Ramsauer erklärt: »Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher. 180 000 Menschen konnten wir für den Vater des Musikgenies Wolfgang Amadé Mozart begeistern und diese Zahl muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Durch diese Ausstellung haben wir innerhalb von neun Monaten mehr Menschen erreicht, als die Stadt Salzburg Einwohner hat.« Mit der Ausstellung sei es gelungen, »einen historisch interessanten sowie relevanten Kulturbeitrag zum Gedenkjahr beizusteuern, und so konnten wir neben unseren touristischen Gästen auch viele Salzburger ins Mozart-Wohnhaus locken«. Kuratorin Anja Morgenstern resümiert: »Die intensive Beschäftigung mit Leopold Mozart war eine spannende Forschungsreise, die viel Neues zu seinem Leben und Werk zutage gefördert hat. Die Reise ist jedoch mit dieser Ausstellung nicht zu Ende, sie bildet zugleich einen Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche Fragestellungen rund um Leopold, seine Zeitgenossen und die Musik seiner Epoche.«

Die Ausstellung widmete sich auch dem forschenden Geist, der ein zentraler Bestandteil von Leopolds Werk ist, wie seine didaktisch sowie pädagogisch wertvolle Schrift »Versuch einer gründlichen Violinschule«, die erstmals 1756 erschien. Das bedeutendste deutschsprachige Lehrwerk für Streichinstrumente aus dem 18. Jahrhundert – die »Violinschule« – spielt noch heute eine wichtige Rolle in der musikalischen Ausbildung und wurde jüngst zu einem bedeutenden Bestandteil der digitalen Mozart-Edition, einem Kooperationsprojekt zwischen der Stiftung Mozarteum und dem Packard Humanities Institute in Los Altos (Kalifornien).

Wer die Ausstellung versäumt hat, kann auf der Internetseite der Stiftung Mozarteum einen virtuellen Rundgang machen. Zudem gibt es einen Katalog zur Ausstellung: »Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch«, herausgegeben von der Internationalen Stiftung Mozarteum, vorgelegt von Anja Morgenstern unter Mitarbeit von Gabriele Ramsauer und Johanna Senigl. fb