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Prozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn wohl frühestens 2020

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Martin Winterkorn
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Im Abgas-Skandal von Volkswagen ist der frühere Konzern-Chef Martin Winterkorn gemeinsam mit vier weiteren Führungskräften unter anderem wegen schweren Betrugs angeklagt worden. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa
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Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, kommt im Januar 2017 als Zeuge zur Sitzung des Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages in Berlin. Foto: Bernd von Jutrczenka Foto: dpa

Hannover (dpa) - Nach der Anklage gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn im Abgas-Skandal ist ein Prozess wohl frühestens 2020 zu erwarten. »Die Klage ist eingegangen und wird jetzt gründlich geprüft«, erklärte die zuständige Sprecherin des Landgerichts Braunschweig, Jessica Henrichs, der dpa.


Sollte es danach zu einem Prozess kommen, so die Vorsitzende Richterin, dann dürfte er angesichts der Fülle an zu prüfenden Dokumenten frühestens in einigen Monaten stattfinden. »Ob das noch in diesem Jahr passiert, das können wir aufgrund der vielen Akten nicht garantieren«, sagte sie. Es sei eher unwahrscheinlich. Wegen des zu erwartenden hohen öffentlichen Interesses müsse dann auch geprüft werden, ob bei einer Prozesseröffnung die Örtlichkeiten des Gerichts ausreichen oder ob auf andere Räume ausgewichen werden müsste.

Am Vortag hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig Winterkorn und vier weitere Führungskräfte unter anderem wegen schweren Betrugs angeklagt. Sie sollen »eine in einer einzigen strafbaren Handlung verwirklichte Mehrzahl von Straftatbeständen« begangen haben. Dabei gehe es um einen besonders schweren Fall von Betrug sowie einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Winterkorn wird zudem Untreue vorgehalten, weil er nach dem 25. April 2014 nach Kenntnis von rechtswidrigen Manipulationen an Diesel-Motoren diese nicht umgehend bekanntgegeben habe.