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»Privatvermieter halten«

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Sepp Konhäuser

Zur Person: Der Ruhpoldinger Sepp Konhäuser ist seit zwölf Jahren Stellvertreter des Landrats. Der 59-Jährige arbeitet als Sicherheitsingenieur und Umweltbeauftragter. Seit 1990 sitzt das SPD-Mitglied im Ruhpoldinger Gemeinderat und seit 1996 im Kreistag.


Der Tourismus ist für viele Gemeinden das wichtigste Zugpferd. In welche Richtung wollen Sie die Vermarktung des Landkreises lenken?

Im Landkreis Traunstein sind in den letzten 20 Jahren ca. 15 000 Gästebetten weggefallen. Das zeigt, wie wichtig es sein wird, unsere Privatvermieter zu halten. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass sich die Privatvermieter zu Organisationen, wie Urlaub auf den Bauernhof, zusammenschließen. Genauso wichtig sind Hotelansiedelungen, um für unsere Gäste die gewünschten Beherbergungsbetten zur Verfügung zu haben.

Durch die einseitige Auflösung des Chiemsee-Tourismusverbandes wird es wichtig sein, dass sich die Gemeinden rund um den Chiemsee in der neu gegründeten Arbeitsgruppe miteinander organisieren. Auch weitere Arbeitsgruppen (z.B. Wandern, Kulinarik), die von den Tourismusverbänden gegründet wurden, müssen weiter zusammenarbeiten und sich gemeinsam vermarkten. Am Ende des Prozesses kann dann eine Fusion stattfinden.

Der Landkreis muss immer mehr Asylbewerber aufnehmen, doch es fehlen Unterkünfte. Wie wollen Sie das Problem lösen?

Menschen, die vor Krieg und Verfolgung aus ihren Heimatländern fliehen, wollen wir bei uns Zuflucht gewähren. Es muss aber versucht werden, sie gerechter im Landkreis aufzuteilen. Eine vernünftige Aufteilung wären zum Beispiel vier Asylbewerber pro 1000 Einwohner. Wir werden bis Ende 2014 weit über 700 Asylanten im Landkreis Traunstein haben. Es muss weiterhin dafür gesorgt werden, dass die Unterstützung für die Asylbewerber durch professionelle Betreuung bei der Integration durch Sozialarbeit sowie Deutschunterricht verbessert wird.

Wie sehen Sie die Zukunft der Kreiskliniken? Sollten alle Standorte im Landkreis erhalten bleiben?

Ja! Die sechs Kliniken der Südostbayern AG mit über 3600 Beschäftigten sind mit allen Mitteln in kommunaler Trägerschaft zu erhalten, um die medizinische Versorgung für unsere Bevölkerung auf diesem Niveau halten zu können. Der Aufsichtsrat der Südostbayern Kliniken AG hat ein Konsolidierungskonzept für eine Einsparungsebene von 10 Millionen Euro beschlossen. Dieser Weg muss konsequent fortgesetzt werden. Er sollte ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen und darf nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden.