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Preisträgerkonzert mit »Bestnoten« und virtuosen Darbietungen

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Die Reichenhaller Philharmoniker und die Big Band des Rottmayr Gymnasiums Laufen unter der Leitung von Katja Erhard bei der Uraufführung von »Lunatic Soul Friends« mit der Sängerin Lilian Klapfenberger. (Fotos: Janoschka)
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Constanze Ferstl am Fagott sorgte für einen weiteren Höhepunkt des Abends.

Zum dritten Mal fand das Preisträgerkonzert des Bezirks Oberbayern mit dem Titel »Bestnoten hören«, bei dem besonderen Leistungsträgern der Jugend-musiziert-Wettbewerbe ein Auftritt mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern unter deren Chefdirigenten Christian Simonis ermöglicht wird, in der Salzachhalle in Laufen statt.


Bezirkstagspräsident Josef Mederer erläuterte in seiner Begrüßung kurz die kulturellen Aufgabenfelder des Bezirks, nämlich die Kultur in die Regionen zu bringen und begabte Jugendliche aus ganz Oberbayern zusammenzuführen, die zuvor am Wettbewerb »Jugend musiziert« erfolgreich teilgenommen hatten, und die von den Regionalausschüssen ausgewählt wurden. Er freue sich, dass Chor und Big Band des Rottmayr-Gymnasiums mit 90 Mitwirkenden dabei sind.

Der Popularmusikbeauftragte des Bezirks Oberbayern, Matthias Fischer, habe die Komponistin Anna Holzhauser beauftragt, ein Werk für dieses Konzert zu schreiben, das von den Philharmonikern und der Big Band, sowie der Sängerin Lilian Klapfenberger uraufgeführt werde. Mederer dankte Generalmusikdirektor (GMD) Christian Simonis für die Gesamtleitung und das pädagogische Gespür sowie die fürsorgliche Begleitung junger Menschen, denen er zu Höchstleistungen verhilft.

Großartiges und Erfreuliches war in der Folge zu hören. Junge Menschen mit Selbstbewusstsein zeigten ihr erstaunliches Können und ließen sich von dem Wunsch treiben, ein musikalisches Werk der Weltliteratur spielen zu können. Wie jeder junge Musiker und jede junge Musikerin mit dem Instrument verschmolz und mit der Sprache der Musik die Zuhörer verzauberte, war am Applaus zu erkennen, ebenso, welche Freude die jungen Menschen mit ihrem Engagement für die Musik zu vermitteln imstande waren.

Wer dort auf der Bühne stand, war von der Musik begeistert – und viele Funken sprangen daher im Laufe des Konzerts über. GMD Christian Simonis ließ die jungen Menschen nicht eher von der Bühne, bevor sie nicht mindestens dreimal den jubelnden Applaus in Empfang genommen hatten. Ihrerseits schwelgten die Philharmoniker an den Tutti-Stellen und ließen voller Freude die Musik erblühen.

Die Violinkonzerte von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Max Bruch und Henryk Wieniawski haben es musikalisch und violintechnisch in sich. Aber die jeweiligen Herausforderungen wurden genial gemeistert. Eliana Sofia Wildgruber setzte mit dem ersten Satz von Mendelssohns Konzert in e-Moll mit der Bezeichnung »Molto appassionato« mit ruhiger Klangschönheit und Intonationssicherheit an den chromatischen Stellen einen glanzvollen Anfangspunkt.

Romantische Schönheit

Der Mittel- und Schlusssatz aus dem Violinkonzert in g-Moll, op. 26 von Max Bruch strömen romantische Schönheit mit einem hohen Anspruch an Virtuosität aus, die Jan Niedringhaus einerseits einfühlsam und im dritten Satz musikalisch-temperamentvoll zum Ausdruck brachte. Erstaunlich war, in welchen Konzerthäusern in den Großstädten der Welt Jan schon auftreten durfte. Jeremias Pestalozzi ist 14 und damit fünf Jahre jünger als seine beiden Geigenkollegen. Trotzdem brillierte er mit dem ersten Satz »Allegro moderato« aus Henryk Wieniawskis Violinkonzert mit einer fortgeschrittenen Technik!

Auch die Querflötistin Marie Heigermoser ist erst 14. Sie spielte aus Antonio Vivaldis Flötenkonzert in F-Dur, RV 433 »La tempesta di mare« den ersten und zweiten Satz »Allegro und Largo« mit barocker Freude. Mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns Violoncellokonzert Nr. 1 in C-Dur erfreute Katja Deutsch (*2001), die in verschiedenen Münchner Orchestern mitwirkt und in Meisterkursen geschult ist, mit differenziertem Spiel und klassischer Leichtigkeit.

Erst 15 Jahre alt ist Elena Gröger, die mit dem »Allegro non troppo« aus dem Cellokonzert Nr. 1 in a-Moll, op. 33 von Camille Saint- Saens ausdrucksstark eine reife Leistung ablieferte. Aus dem Violakonzert D-Dur von Franz Anton Hoffmeister spielte Aurelia Hoever das Adagio mit großer Ruhe und Hingabe. Für einen besonderen Höhepunkt im Programm sorgte Constanze Ferstl (*2001) mit ihrem Fagott, auf dem sie virtuos mit langem Atem und differenzierter Anblastechnik den ersten Satz aus dem Konzert Nr. 2 in C-Dur von François Devienne interpretierte.

Vor der Uraufführung von »Lunatic Soul Friends« befragte Christian Simonis die Komponistin Anna Holzhauser darüber, was sie bewogen habe zu komponieren, was die Herausforderung bei diesem Stück gewesen sei und was sie den Zuhörern und Musikern für diese Uraufführung mit auf den Weg geben möchte. Sie sei von Musik umgeben, seit sie denken kann, antwortete die Komponistin und habe Jazzgesang studiert. Sie wollte ein Stück schreiben, das Profi-Musiker und die Schüler der Big Band miteinander verbindet und das ein schönes Gesamterlebnis ermögliche.

Thematisch gehe es um Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sich gerne mögen. Und dieses Thema möchte sie allen mitgeben. Lilian Klapfenberger, Gesang, und Manuel Laurer, Klavierbegleitung, stellten mit der Big Band und den Philharmonikern, dieses Mal unter der Leitung von Musiklehrerin Katja Erhard, ein Stück vor, das das Zeug zu einem großen Hit hat. Den Philharmonikern gefiel es sichtlich, sie wiegten sich gut gelaunt im Rhythmus der Musik. Auch die »Coronation Anthem« Nr. 3 von Georg Friedrich Händel »Let thy hand be strengthened« des Chors des Rottmayr-Gymnasiums beeindruckte. Musiklehrerin Anja Widhammer dirigierte die Sängerinnen und Sänger und das Orchester der Philharmoniker und führte sie sicher durch die drei Teile mit einer Fuge und dem Allelujah am Schluss. Beim anschließenden Empfang gab es viele Danksagungen des Bezirkstagspräsidenten und ein Prost auf den Erfolg.

Brigitte Janoschka

Blattl Sonntag Traunstein