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Post bekommt neue Heimat am Fuß der Schlafenden Hexe

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Bsichofswiesen - Neue Heimat für die Post
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Direkt neben der Einfahrt ins neue Gewerbegebiet Pfaffenfeld II liegt das Grundstück, auf der die Deutsche Post ihren neuen Zustellstützpunkt errichten will. (Fotos: Kastner)
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Hier wird es künftig auch zum neuen Zustellstützpunkt der Deutschen Post gehen.
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Ein Postamt, wie es das Mosaik von Max Lacher aus dem Jahr 1937 verheißt, gibt es am Bahnhof schon viele Jahre nicht mehr. Und im kommenden Jahr soll nun auch der Zustellstützpunkt ausziehen.

Bischofswiesen – Der seit Jahrzehnten im Bahnhof Berchtesgaden untergebrachte Zustellstützpunkt der Deutschen Post bekommt eine neue Heimat. Im Bischofswieser Gewerbegebiet Pfaffenfeld II hat die Deutsche Post Pensionsfonds AG mit Sitz in Bonn bereits ein Grundstück erworben. Der Bauantrag für ein rund 1 000 Quadratmeter großes Hallengebäude soll in Kürze eingereicht werden. Ziel ist es, dass der neue Stützpunkt Anfang 2020 in Betrieb geht.


Ein rund 7 000 Quadratmeter großes Grundstück im neuen Gewerbegebiet Pfaffenfeld II steht für das Bauprojekt der Deutschen Post zur Verfügung. Es liegt linksseitig direkt an der Einfahrt zum neuen Gewerbegebiet, östlich der Firma Asko. Entstehen wird dort eine große Halle, die auch einige wenige Büros und Sozialräume beherbergen soll. Alle 44 Arbeitsplätze sollen von Berchtesgaden nach Bischofswiesen verlegt werden. »Unsere Zustellerinnen und Zusteller bekommen helle, freundliche und ergonomische Arbeitsplätze«, sagt Dieter Nawrath, Pressesprecher der Deutsche Post DHL Group in München.

Umzug vermutlich Anfang 2020

Schon in diesem Frühjahr soll mit den Bauarbeiten im Gewerbegebiet begonnen werden. Den ursprünglich noch für dieses Jahr geplanten Umzugstermin wird man aber wohl nicht mehr halten können. »Der Umzug findet nach aktueller Planung erst Anfang 2020 statt«, sagt Dieter Nawrath und erklärt die Hintergründe für den Umzug: »Wir haben einen Standort gesucht, der unsere aktuellen und künftigen Anforderungen bezüglich der Zustellung im Raum Berchtesgaden optimal erfüllt. Es ist ein idealer und wirtschaftlicher Logistikstandort.«

Im Rahmen des Umzugs will die Deutsche Post außerdem ihre gesamte Zustellflotte im Berchtesgadener Talkessel auf Elektrofahrzeuge umstellen. Zum Einsatz kommen sogenannte Streetscooter. Die lässt die Deutsche Post über ihre Tochtergesellschaft Streetscooter GmbH in Aachen selbst produzieren. Dafür ist die Errichtung von entsprechenden Ladestationen notwendig.

Auf die Zustellung und damit für die Postkunden selbst soll der Umzug nach Bischofswiesen laut Pressesprecher »grundsätzlich keine Auswirkungen« haben. Allerdings sei im Einzelfall durch den neuen Standort eine Anpassung der Zustellrouten erforderlich, »die Auswirkung auf die Zustellzeit einzelner Kunden haben kann«.

Die im bisherigen Postgebäude frei werdenden Räumlichkeiten will Eigentümer Klaus Satra nach eigenen Angaben zu Büro- oder Praxisräumen umbauen und vermieten. Als vorteilhaft für eine solche Verwendung sieht Satra die große Anzahl an Parkplätzen direkt vor dem Gebäude.

Post seit 1907 am Bahnhof

Mit dem Umzug nach Bischofswiesen endet die über hundertjährige Geschichte der Deutschen Post am Bahnhof in Berchtesgaden. Denn bereits im Jahr 1907 war ab dem Bahnhofsvorplatz als eine der ersten Postbuslinien die Verbindung Berchtesgaden–Hintersee eingerichtet worden. Und das Postamt im Bahnhof gab es seit dem Bahnhofsneubau durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich. Die Eröffnung erfolgte am 1. Februar 1940 (siehe auch Bericht unten). Ulli Kastner