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Porträt: Stefan Wenzel - Grüner Spitzenkandidat auf Erfolgsspur

Hannover (dpa) - Als Yoga-Fan nahm der grüne Spitzenpolitiker Stefan Wenzel das Warten auf das Endergebnis der Niedersachsen-Wahl am Sonntagabend gelassen hin.

Wenzel
Die Grünen feiern einen historischen Erfolg in Niedersachsen - ihr Spitzenkandidat Stefan Wenzel festigt seine Position. Foto: Ingo Wagner Foto: dpa

Der 50-jährige ehemalige Ökowein-Händler und Agrar-Ökonom hat die Hoffnungen der Grünen auf einen Wechsel von der Oppositionsbank an den niedersächsischen Kabinettstisch genährt und nun sein Ziel erreicht. Der pragmatische Chefstratege der Landesgrünen hat sich seit Jahren als redegewandter Vollblut-Politiker einen Namen gemacht.

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Auf 14 Jahre Erfahrung kann der in Dänemark geborene Wenzel im Landtag zurückblicken - allerdings in der Opposition. Seit 2004 ist der Göttinger, der aus der Kommunalpolitik kam, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Der Familienvater knüpfte wichtige Kontakte, machte sich als Realo-Vertreter mit seiner ruhigen Art einen Namen. Er gilt als redegewandt und kompetent.

Im Wahlkampf war er mit der gebürtigen Lübeckerin Anja Piel (47) als Spitzenduo angetreten. Piel wird eher dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Beide traten mit dem erklärten Ziel an, Niedersachsens Grüne wieder an die Macht bringen.

Wenzels Name gilt bereits als gesetzt für den Posten des Umweltministers in einem rot-grünen Kabinett in Hannover. Im wichtigsten deutschen Agrarland nach Bayern will der redegewandte Grüne aktiv die Energiewende mitgestalten und ein Atom-Endlager in Gorleben möglichst verhindern. Von einer sozial-ökologischen Erneuerung des Landes schwärmt der Spitzen-Grüne, der seinen Urlaub gerne mal in Afrika verbringt und sich auch in Lateinamerika engagiert hat.

In Niedersachsen sah der Realo eine «Richtungswahl», bei der unterschiedliche politische Konzepte zur Wahl stünden. Wenzel gilt als scharfzüngiger Kritiker der schwarz-gelben Landesregierung - auch wenn ihm noch vor einigen Jahren ein ausgesprochen kollegiales Verhältnis zu Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat David McAllister nachgesagt wurde. In den vergangenen Jahren hat es sich allerdings stark eingetrübt.

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