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Porträt: CDU-Hoffnungsträger David McAllister

Hannover (dpa) - Charmant im Auftreten, als Deutsch-Schotte bikulturell und Niedersachsens bisher jüngster Ministerpräsident: David McAllister ist ein Mann mit vielen Attributen.

David McAllister
CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident David McAllister. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv Foto: dpa

Als politischer Ziehsohn von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kämpft der gerade 42 Jahre alt gewordene CDU-Spitzenkandidat bei der Niedersachsen-Wahl um eine zweite Amtszeit. Seit er im Sommer 2010 in Hannover Christian Wulff nach dessen Wahl zum Bundespräsidenten ablöste, genießt McAllister Höchstwerte in der Popularität - auch bei der Kanzlerin.

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Er habe einen guten Draht zu ihr und tausche sich oft mit ihr aus, sagt der Jurist. «Ich nutze meine Kontakte in Berlin.» Politische Gegner nennen ihn daher mitunter spöttisch «Muttis Liebling». Der mit einer Anwältin verheiratete Vater zweier Mädchen lächelt darüber, gibt aber zu, dass er sein Engagement in Berlin verstärkt hat: «Die wissen jetzt auch in Berlin, wie mein politischer Stil ist.» Wie der ausschaut? «Da halt ich's mit Max Weber, dem großen Rechtssoziologen: "Politik ist das Bohren dicker Bretter mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich" - das kann man nicht besser formulieren.»

McAllisters Vater war bei der Rheinarmee in Berlin stationiert, seine Mutter ist Deutsche. Auf die schottischen Wurzeln ist er stolz - bei seiner Hochzeit trug er einen traditionellen Kilt. Mit 27 Jahren zog McAllister in den Landtag ein, fünf Jahre später übernahm der überzeugende Redner den Vorsitz der CDU-Fraktion.

Spekuliert wurde im Wahlkampf, ob McAllister bei einer Niederlage in die Bundespolitik wechselt, doch davon wollte er nichts wissen. «Mein Platz ist in Niedersachsen», sagt er - und sein Lieblingsort Bad Bederkesa, seine Heimatgemeinde in der Nähe von Bremerhaven.

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