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Porträt: Barack Obama - Erster schwarzer US-Präsident

Washington (dpa) - Am 4. November 2008 schrieben die Amerikaner Geschichte. Erstmals wählten sie mit Barack Obama einen Schwarzen zum US-Präsidenten. In rund zwei Monaten stellt sich Obama gegen den Republikaner Mitt Romney zur Wiederwahl.

Barack Obama
Barack Obamas erste Amtszeit als US-Präsident war von Licht und Schatten geprägt. Jetzt muss er um seine Wiederwahl kämpfen. Foto: Jim Lo Scalzo / Archiv Foto: dpa

1,8 Millionen Menschen jubelten dem jungen Politiker persönlich zu, als er am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegte. Hunderte Millionen rund um den Globus feierten seinen Einzug ins Weiße Haus als Aufbruch in eine bessere Zukunft. Obama hatte mit seinem Wahlkampfmotto «Hoffnung und Wandel» die Welt in den Bann gezogen. Noch in seinem ersten Jahr erhielt er den Friedensnobelpreis.

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Von der Euphorie vor vier Jahren ist in den USA wenig geblieben. Die Zustimmungswerte des Amtsinhabers betragen schon lange deutlich weniger als 50 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt bei historisch hohen 8,3 Prozent, die Wirtschaft wächst für US-Verhältnisse sehr langsam. Obama hat von seinem Vorgänger George W. Bush die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg geerbt und das Land hat die Misere noch längst nicht überwunden.

Eine Niederlage wäre für Obama das Ende einer Karriere, die ihn in raketenartiger Geschwindigkeit vom Lokalpolitiker im Bundesstaat Illinois zum mächtigsten Mann der Welt machte. Sein Aufstieg begann 2004 mit einer gefeierten Rede auf dem Parteitag der Demokraten. Damals kandidierte er erfolgreich für den US-Senat. 2007 gab er seine Bewerbung um das Präsidentenamt bekannt und lieferte sich eine harte Vorwahlschlacht mit Hillary Clinton, der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton und heutigen Außenministerin. Schließlich gewann er mit 53 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahl gegen den Republikaner John McCain.

Barack Hussein Obama wurde am 4. August 1961 im Bundesstaat Hawaii als Sohn eines Kenianers mit gleichem Namen (?1982) und einer damals 18-Jährigen weißen Studentin aus Kansas geboren. Seine Eltern hatten sich während des Studiums kennengelernt, geheiratet und bald scheiden lassen. Obamas Mutter heiratete erneut und zog nach Indonesien, wo er bis zu seinem zehnten Lebensjahr wohnte. Er kehrte für die High School nach Hawaii zurück und lebte die meiste Zeit bei seinen Großeltern, da die Mutter mit seiner Halbschwester meist in Indonesien wohnte. 1995 starb sie.

Obama studierte in Los Angeles und an der renommierten Columbia University in New York. Nach einigen Jahren als Sozialarbeiter in Chicago machte er einen Jura-Abschluss an der Elite-Uni Harvard, um danach als Bürgerrechtsanwalt zu arbeiten. Er wurde in den Senat des Staates Illinois gewählt, dem er acht Jahre lang angehörte.

Als Praktikant in einer Kanzlei lernte er 1992 die Anwältin Michelle Robinson, die heutige First Lady Michelle Obama, kennen. Mit ihr hat er zwei Töchter, Malia (14) und Sasha (11). Nach ihrem Umzug nach Washington legte sich die Familie den portugiesischen Wasserhund Bo als Haustier zu. Auch Michelles Mutter Marian Robinson zog mit ins Weiße Haus ein. Seine Freizeit verbringt der Präsident am liebsten mit seiner Familie, zudem spielt er leidenschaftlich Basketball und Golf.

Obamas erste Amtszeit war von Licht und Schatten geprägt. Er konnte mit einem 800 Milliarden Dollar schweren Konjunkturprogramm den wirtschaftlichen Niedergang des Landes stoppen, rettete die US-Autoindustrie und brachte historische Großreformen im Gesundheits- und Finanzwesen durch den Kongress. Er beendete den Krieg im Irak, leitete den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis 2014 ein und dezimierte das Terrornetzwerk Al-Kaida. Mit der Tötung des Terrorchefs Osama bin Laden sicherte Obama seinen Platz in den Geschichtsbüchern.

Die zum Beginn seiner Amtszeit versprochene Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo Bay auf Kuba gelang ihm dagegen bisher ebenso wenig wie die Verabschiedung umfassender Klimaschutzgesetze oder einer Einwanderungsreform. Bei den Kongresswahlen im November 2010 verloren seine Demokraten die Mehrheit im Abgeordnetenhaus, so dass die Republikaner die meisten Gesetzesvorhaben des Präsidenten im Kongress blockieren konnten. Seitdem herrscht in Washington praktisch politischer Stillstand. Obama hofft auf eine Auflösung der Blockade nach einer Wiederwahl.

Website zum Demokraten-Parteitag

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