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Pläne für »Pumptrack« auf Salinenplatz in der Schublade

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Der Salinenplatz in Berchtesgaden: Hier könnte schon bald eine »Pumptrack«, eine Art Rollsportanlage, entstehen. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – Eine »Pumptrack« ist eine moderne Rollsportanlage für Biker, Inliner und andere. So eine in Wellen angelegte Bahn könnte bald auf dem Berchtesgadener Salinenplatz entstehen.


Bürgermeister Franz Rasp kündigte am Dienstag auf eine entsprechende Anfrage auf der Bürgerversammlung im »Bräustüberl« an, dass sich der Gemeinderat bald mit den Plänen beschäftigen werde.

Europas größte »Pumptrack« steht aktuell in Wals-Siezenheim. Deren Entwickler sollen auch die Anlage in Berchtesgaden planen. »Allerdings in der Light-Ausgabe«, fügte Franz Rasp hinzu. Es handelt sich dabei um eine asphaltierte Bahn, die in Wellen angelegt ist. Beschleunigt wird darauf nicht durch Treten, sondern durch pumpendes Drücken.

»Das ist interessant für Biker, Inliner, Skateboarder, Tretroller- und Laufradfahrer aller Generationen«, betonte der Rathauschef. Die Verwaltung will die Pläne dem Gemeinderat in Kürze vorlegen. Die auf der Versammlung anwesenden Trainer sprachen sich aber schon einmal dafür aus, die Anlage mit einem Skateboardpark zu kombinieren. Der würde auch den Snowboardern zur Vorbereitung dienen, wurde argumentiert.

Wie geht's weiter mit der Polizei?

Begonnen hatte die Diskussion allerdings mit einer Anfrage zur Zukunft der Polizeidienststelle in Berchtesgaden. »Wie geht's weiter, wie schaut's personalmäßig aus?«, wollte Gemeinderätin Rosi Plenk wissen. Eine konkrete Antwort konnte Polizeichef Willi Handke darauf nicht geben, denn darüber würden Ministerium und Präsidium entscheiden.

Handke räumte aber ein, dass die Dienststelle in den letzten Jahren geschrumpft sei und es schwieriger geworden wäre, den Dienstbetrieb aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus seien die Mitarbeiter in der Berchtesgadener Inspektion im Durchschnitt mit die ältesten im Bereich des Präsidiums. Die eher »dünne« Besetzung der hiesigen Inspektion begründete Handke damit, »dass bei uns halt weit weniger los ist als beispielsweise in Traunreut oder Rosenheim«.

Zum geplanten Umbau des Bahnhofskreisverkehrs gab Bürgermeister Franz Rasp Auskunft. Man erhoffe sich mit einem sogenannten Bypass von der Bavariakreuzung in Richtung Ramsau einen besseren Verkehrsfluss und die Reduzierung von Staus im Ortsbereich. Solche Pläne hätten schon beim Bau des Kreisverkehrs existiert. Damals habe man sich aber noch um die Fußgänger gesorgt, die die Straßen queren müssten. »Heute weiß man, dass das völlig unbegründet war«, sagte Rasp. Rund 15 Prozent der Kosten werde die Gemeinde selbst übernehmen müssen. Rasp kündigte an, dass sich der Gemeinderat bald damit befassen wird.

Ein Versammlungsteilnehmer machte sich Sorgen wegen vieler Mängel in Punkto Barrierefreiheit. Vor allem sei es für behinderte oder ältere Personen schwierig, vom Bahnhof in den Markt zu kommen. Der Anlieger regte deshalb den Bau eines Aufzugs vom Bahnsteig hinauf zum Bahnhofssteg an.

Gefälle zu groß

Der Bau eines neuen Bahnhofsstegs inklusive Aufzug würde laut Bürgermeister rund 1,5 Millionen Euro kosten. Damit sei aber noch nichts erreicht, denn das Problem sei das anschließende Gefälle. »Der Bahnhofsfußweg ist zu steil, wir schaffen das Sechs-Prozent-Gefälle nicht«, sagte Rasp. »Barrierefreiheit lässt sich bei uns aufgrund der Topografie leider nicht überall herstellen«, sagte der Rathauschef, erwähnte aber entsprechende Pläne, die die Bahnhofstraße in den Markt betreffen. Ein Entwurf, wie man die Treppenanlagen umgehen oder umfahren kann, liege bereits in der Schublade. Und statt eines Aufzugs zum Bahnhofssteg sollte man sich vielleicht lieber einmal über einen Aufzug ganz hinauf in den Markt Gedanken machen.

Breitwiese »miteinander überdenken«

Zur Sprache kam schließlich noch das Thema Breitwiesen-Sportplatz, das kürzlich auch auf der Versammlung der TSV-Fußballer zu Kritik geführt hatte (wir berichteten). Eine Berchtesgadenerin bemängelte, dass diese Breitensportanlage »in die Jahre gekommen ist«. Eine Sanierung sollte auf der Prioritätenliste ganz oben stehen. Das sah zwar auch Bürgermeister Franz Rasp so, allerdings erklärte er, dass man das gesamte Gebiet an der Breitwiese »miteinander überdenken muss«. So gebe es auch Notwendigkeiten für die gegenüber liegende Rodlerhalle. Darüber hinaus liefen gerade die Verhandlungen mit dem Landkreis bezüglich der Übergabe des Gymnasiums an den Kreis. »Dann müsste der Landkreis auch die entsprechenden Sportstätten vorhalten«, sagte Rasp.

Eine Sanierung der zu kleinen Sporthallen kam für Rasp jedenfalls nicht infrage. »Hier kann es nur den Neubau der Hallen und des Sportplatzes unter dem Aspekt des Hochwasserschutzes geben.« Und eines stellte der Bürgermeister noch explizit fest: »Der Rasenplatz selbst ist in bestem Zustand.«

Auf die Berichte von Bürgermeister Franz Rasp und von Berchtesgadens Polizeichef Willi Handke kommen wir noch zurück. Ulli Kastner