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Pietro Lombardi: »Ich habe viel zu erzählen«

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Pietro Lombardi
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Pietro Lombardi: «Ich könnte jetzt schon eine Biografie schreiben, obwohl ich noch so jung bin.». Foto: Georg Wenzel/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

2011 gewann Pietro Lombardi »Deutschland sucht den Superstar« und das Herz von Sarah Lombardi. Heute sagt Pietro, er könne theoretisch eine Biografie schreiben, so viel habe er erlebt. Keine Sorge: Zunächst belässt er es bei einem Album. Es hat aber biografische Bezüge.


Köln (dpa) - Ein Gespräch mit Pietro Lombardi steuert fast zwangsläufig auf zwei Namen zu. Der eine ist: Alessio. Das ist sein kleiner Sohn, der zeitweise berühmter war als sein Vater. Der andere: Dieter Bohlen (66). Das ist sein Entdecker und väterlicher Freund.

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Es wundert daher kaum, dass es beide - Alessio und Dieter - auf unterschiedliche Weise auf das Album von Pietro Lombardi geschafft haben. Schon der Titel deutet an, dass die Biografie des Sängers bei dem Werk eine gewisse Rolle gespielt hat - neben der Tatsache, dass man gut darauf tanzen können muss. Es heißt schlicht »Lombardi«.

Pietro Lombardi weist diese Interpretation auch nicht von sich. »Ich habe viel zu erzählen und viel durchgemacht«, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Das spiegele sich im Titel wieder. »Ich könnte jetzt schon eine Biografie schreiben, obwohl ich noch so jung bin. Theoretisch könnte ich es«, versichert er. »Von dem, was ich erlebt habe, könnte ich auch schon 50 sein.«

Lombardis Karriere begann 2011, als er die RTL-Castingshow »Deutschland sucht den Superstar« (DSDS) gewann und sich im Finale gegen Mitkonkurrentin Sarah Engels durchsetzte. Dass die beiden sich während der Show verliebt hatten, war da schon bekannt und eine Riesen-Geschichte. Es folgten Heirat, Kind und Trennung, oft unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit. Der gemeinsame Sohn Alessio, der 2015 auf die Welt kam, erlangte große Bekanntheit.

Bei dem 27-Jährigen war Kunst und Privatleben schon immer sehr eng beieinander. Mal bekam man mehr von dem einen und mal mehr von dem anderen mit. Als seine Musikkarriere den für DSDS-Gewinner typischen Knick hatte, machte er vor allem eine Doku-Soap. »Wenn man DSDS gewonnen hat, kommt bald der nächste DSDS-Gewinner. Und dann der übernächste. Und man gerät immer mehr in den Hintergrund«, berichtet er.

Die Wende kam 2017, als auch »I bims« zum Jugendwort des Jahres gekürt wurde. Die Welt tanzte damals zum Sommerhit »Despacito«. Lombardi veröffentlichte eine Art teutonische Hommage an den Welthit: »Senorita« mit der recht zeitgeistigen Zeile »Senorita, sei meine Adriana Lima. Du machst süchtig, so wie FIFA«.

Seitdem ist er wieder dick im Geschäft, inklusive Beförderung zum Juror bei DSDS. Das Album versammelt nun seine Sommerhits - von »Senorita« über »Phänomenal« bis »Macarena«. »Mein Ziel ist es, damit auf Platz eins zu gehen, da bin ich ganz ehrlich«, sagt er. Neben die Gute-Laune-Titel stellt er allerdings auffallend viele ruhige Nummern. »Ich wollte zeigen, dass ich nicht nur Latino kann.«

Eines davon ist »Kämpferherz«, das er für Alessio singt. »Wir hatten eine schwere Phase und diesen Song widme ich dem Kleinen«, erklärt er. Sein Sohn werde nie wirklich verstehen, was damals bei seiner Geburt geschehen sei - aber vielleicht verstehe er es ein bisschen, wenn er seine Musik höre. Nach Alessios Geburt hatte es damals Probleme gegeben. Er musste operiert werden.

Eine Herzschmerz-Nummer ist auch zu finden - im Song »Es tut schon wieder weh« geht es um Liebeskummer. Dass viele Beobachter da natürlich an seine Ex Sarah - mittlerweile ebenfalls gut im Geschäft - denken, wundert auch Pietro nicht. »Das passt schon alles.« Sein Förderer Dieter Bohlen wiederum hat gleich einen eigenen Song beigesteuert. Die Verbindung sei eng, sagt Pietro. »Von einem der älteren Kinder von ihm bin ich sogar ein guter Kumpel.«

Eigentlich will er mit den Songs im Mai auch auf Tour gehen. Wegen der Coronavirus-Krise steht das aber auf der Kippe. Sorgen um ihn müsse man sich nicht machen, sagt Pietro - eher um die Leute, die in der aktuellen Situation wirklich vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. »Ich habe den Luxus, finanziell abgesichert zu sein.«