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Nur noch 40 Privat-Vermieter in der Gemeinde – eine eigene Homepage wird immer wichtiger

Pidinger Übernachtungszahlen sinken weiter

Piding – Immer weniger Gäste kommen aktuell nach Piding. 2015 sank die Zahl der IRS-Buchungen, also des Informations- und Reservierungssystems, von 512 im Jahr 2014 auf 414. Laut Ramona Stanger, der scheidenden Tourismusbüro-Leiterin, liegt das vor allem am starken Rückgang privater Vermieter. Mittlerweile gebe es in Piding nur noch 40 Bürgerinnen und Bürger, die Pensionen, Fremdenzimmer oder Ferienwohnungen anbieten, 2011 waren es noch 58. Die Bettenzahl in Piding sank von 419 auf aktuell 304, vor vier Jahren waren es noch 527. Diesen Zahlen entsprechend, ist auch die Zahl der Buchungsübernachtungen rückläufig. Sie sank zuletzt von rund 6 000 auf gut 4 800. Insgesamt lag die Zahl der Übernachtungen 2015 bei rund 52 000, das entspricht einem Minus gegenüber 2014 um 3 000. Zum Vergleich: Der Spitzenwert seit 2001 lag im Rekordjahr 2005 bei über 91 000 Übernachtungen.

Dunkle Wolken über Piding, zumindest was die Übernachtungszahlen betrifft. Das neue Hotel in der Lattenbergstraße gibt der Gemeinde jedoch Hoffnung. Die Eröffnung ist für Herbst geplant. (Foto: Bittner)

In Anbetracht dieser rückläufigen Tourismuszahlen begrüßte Ramona Stanger im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung die aktuelle Errichtung eines Hotels in der Lattenbergstraße: »Die Erhöhung der Bettenzahl tut Piding sicher gut«. Rund 90 neue Betten entstehen derzeit nahe der Autobahn. Durch die Belegung der mit den Grenzkontrollen beschäftigten Bundespolizisten in Pidinger Unterkünften – beispielsweise in der für die Öffentlichkeit mittlerweile geschlossenen Neubichler Alm – sind die Übernachtungszahlen der Gemeinde sogar noch geschönt. Denn diese werden in den Pidinger Touristik-Statistiken ebenfalls erfasst, zahlen aber freilich keinen Kurbeitrag. Demnach lesen sich die ermittelten Zahlen der faktisch touristischen Gäste im Ort noch schlechter. Knapp 1 100 Urlauber kamen 2015 und damit rund 100 weniger als im Jahr davor. Im Schnitt bleiben sie 4,45 Nächte, ein Wert der sich einigermaßen in konstantem Rahmen bewegt.

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Immer wichtiger wird die private Homepage der Vermieter: »Wenn darauf direkt online gebucht werden kann, ist das schon die halbe Miete«, so Ramona Stanger. Überboten wird diese Möglichkeit nur noch durch das Cross Sale des Rupertiwinkels. Auf Rang drei der Buchungseingänge liegt die Pidinger Touristinfo selbst. Die Zahl der Ankünfte in Piding bewegt sich nur leicht nach unten und liegt in der jüngsten Statistik bei gut 16 000.

Die stärksten Monate sind nach wie vor die heißen Sommertage im Juli und August. Auffällig ist jedoch der unverhältnismäßig starke Rückgang im Herbst. »Freilich ist das immer alles sehr wetterabhängig«, so Stanger. In den bislang so schwach frequentierten Monaten liege aber womöglich das größte Potenzial der Gemeinde. Schließlich ist die Region prädestiniert für Berg- und Wander-Erlebnisse im Herbst – der November ist jedoch der schlechteste aller zwölf Übernachtungsmonate in Piding. Im Oktober präsentieren sich die Zahlen erheblich besser. Zufrieden äußerte sich Ramona Stanger über die Tatsache, dass kein einziger Pidinger Vermieter »booking.com« verfallen ist, da diese Plattform laut Tourismusbüro-Leiterin abhängig mache und nur kurzfristig Erfolg, aber umso mehr Nachteile mit sich bringe.

Die Spartenwertung im Bezug auf die Übernachtungen im Ort führt unangefochten weiterhin das Gewerbe an. Der Campingplatz hat in der Zehn-Jahres-Bilanz rückläufige Werte, seit 2010 geht es rauf und runter. Bei den Privatvermietern sinkt die Zahl erheblich: Von den Pidinger Spitzenwerten im Jahr 2005 mit fast 32 000 Übernachtungen sind die aktuellen Zahlen mit nur noch rund 10 000 Übernachtungen weit entfernt.

Im Vergleich zu den Nachbargemeinden liegt Piding mit Anger, das doppelt so viele Betten im Angebot hat, fast gleichauf. Teisendorf hat mit fast der dreifachen Menge an Betten auch bei den Übernachtungen ein Plus von gut 30 000 gegenüber Piding.

Außergewöhnlich gut laufe laut Ramona Stanger der Movelo-Verleih in der Gemeinde mit City- und Mountainbikes. Das Angebot der Berchtesgadener Land-Bahn sowie der RVO-Busse werde von den Pidinger Gästen bestens angenommen. Hans-Joachim Bittner