weather-image
26°

Pfiati God, Pfarrer

3.5
3.5
Bildtext einblenden
Pfarrer Bernhard Bielasik bei seiner Abschiedspredigt.
Bildtext einblenden
Die Ministranten beim Einzug in die Herz-Jesu-Kirche.
Bildtext einblenden
Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber überreichte Pfarrer Bielasik einen Präsentkorb.
Bildtext einblenden
D.ie Herz-Jesu-Kirche bot einen würdigen Rahmen. (Fotos: Stanggassinger).

Bischofswiesen – Pfarrer Bernhard Bielasik ist am Sonntag in einem feierlichen Gottesdienst als Pfarrer in Bischofswiesen, wo er acht Jahre lang gewirkt hatte, verabschiedet worden.


»Ich bin überwältigt.« Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Bernhard Bielasik den Festgottesdienst zu seiner Verabschiedung als Pfarrer in Bischofswiesen. Überwältigt war er deswegen, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass so viele Gläubige zum Gottesdienst kämen. Darunter die vielen Ministranten von Bischofswiesen, Strub, Winkl und Loipl, zehn Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, Pastoralmitarbeiter, der Kirchenchor, Bürgermeister und Gemeinderäte.

Pfarrer Bielasik wollte diesen Gottesdienst mit einer kleinen Überschrift versehen, welche heißt »Gott setzt immer Zeichen«. Er brachte Beispiele aus seinem Leben. Zum Beispiel, als er acht Tage vor seiner Priesterweihe zufällig einer Schafherde begegnete war und der Hirte ihm, den er nicht kannte, ein kleines Lamm in seine Arme gelegt hatte. »Das war ein wunderbares Zeichen«, so Bielasik. Auch am Sonntag hat er ein Geschenk bekommen, auf dem ein Lamm abgebildet ist. »Man sieht, Gott setzt immer Zeichen«, sagte Bielasik.

Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Pfarrverbandschor Bischofswiesen unter der Leitung von Angelika Hanke und an der Orgel von ihrem Ehemann Markus Hanke gestaltet. Gespielt und gesungen wurde die »Missa brevis Sancti Joannis de Deo« von Haydn.

Pfarrer Bernhard Bielasik feierte an diesem Tag auch seinen 72. Geburtstag. Gemeinsam mit ihm zelebrierten den Gottesdienst Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob, Kaplan Josef Rauffer, Kaplan Dariusz Piotr Budzynski, Pfarrer i.R. Hans Fischer, Gemeindereferentin Birgit Hauber und Diakon Bernhard Hennecke. »Eucharistie heißt Danksagung. Es soll ein Dankgottesdienst und kein Trauergottesdienst sein«, sagte Bielasik in seiner Predigt. Danke sagen wollte der Pfarrer, weil er seinen 72. Geburtstag erleben durfte, weil ein neuer Lebensabschnitt anfängt, indem er seine Ämter und Funktionen des Altenseins wegen ablege und er selber als Person noch dableibe.

Die magische Zahl 3

Er sagte, die Person selbst sei immer das Wichtigste. Er dürfe auf ein reiches »Beschenktsein von Gott« zurückschauen, so der Pfarrer. Gott habe ihm schon im Kindesalter den Wunsch ans Herz gelegt Priester zu werden. Nach seinem Abitur studierte Bernhard Bielasik aber zunächst Jura und wollte Politiker werden. Als Kellner verdiente er sich Geld, um sein Studium zu finanzieren. Bei der Abrechnung an seinem 33. Geburtstag standen 1 333,33 DM. Die Chefin hat das nicht verstehen können, doch er hat es verstanden. Noch im selben Jahr ist er ins Priesterseminar gegangen. Wenn er manchmal in der Nacht aufwacht und auf seinen Wecker schaut, steht da 3.33 Uhr. »Das sind Zeichen«, sagte der Pfarrer. Mit 40 Jahren wurde er zum Priester geweiht, 1987 kam er nach Ruhpolding, dann war er für fünf Jahre zum ersten Mal im Berchtesgadener Land. 16 Jahre wirkte er in Brannenburg und 2011 hat man ihn nach Bischofswiesen versetzt. Es war nicht leicht, er wollte nicht mehr weg und viele neue Leute kennenlernen und doch er ist nach Bischofswiesen gekommen und er fand es gut so.

Pfarrer Bernhard Bielasik bedankte sich zum Schluss bei allen Freunden und Mitarbeitern vom ehemaligen Pfarrverband Bischofswiesen für die gute und liebevolle Zusammenarbeit. Er freue sich, dass er noch einige Zeit hierbleiben darf und zusammen in die Zukunft gehen kann. Er möchte Person sein und kein Amtsträger und bat die Anwesenden ihm zu helfen. »Tragt mich im Gebet, Dank sei Gott dem Herrn und Dank sei Euch und achten wir auf die Zeichen, die Gott uns schenkt« , das waren des Pfarrers Schlussworte.

»Die Zusammenarbeit war bestens«

Bürgermeister Thomas Weber ergriff das Wort und sagte: »Der Pfarrer wird heute wohl noch mehr Überraschungen erleben. Lieber Pfarrer, lieber Bernhard das hast du dir auch verdient.« Fast acht Jahre hat er den Pfarrverband Bischofswiesen geleitet, fünf Jahre davon gemeinsam mit ihm als Bürgermeister. Die Zusammenarbeit war bestens. Es gab auch kleine Differenzen, doch der Pfarrer hat immer den notwendigen Respekt seinen Mitmenschen entgegen gebracht, sagte der Bürgermeister. Er wünschte ihm zu seinem Geburtstag alles Gute und überreichte ein Geschenk.

»Arbeitsspektrum wird nicht kleiner«

Der Struber Mesner Mathias Sieger bedankte sich im Namen des Pfarrverbandes für die geleistete Arbeit von Pfarrer Bielasik und gratulierte ihm ebenfalls zum Geburtstag. »Das künftige Aufgabenspektrum als Pfarrvikar ist mindestens genauso groß«, sagte Sieger. »Die Zukunft ist nicht planbar. Wir wissen nicht,« was genau kommt.

Anschließend wurde bei einem Stehempfang im Pfarrheim gefeiert, dazu spielte die Musikkapelle Bischofswiesen. Bernhard Stanggassinger