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PETA erstattet Anzeige nach Unfall mit toten Rindern bei Stein

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Tote Rinder nach Unfall mit Viehtransporter auf B304 zwischen Stein/Traun und St. Georgen – Feuerwehr fängt Kühe ein
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Drei Tote Rinder, hoher Schaden, ein schweißtreibender Einsatz sowie die stundenlange Sperre von Bundesstraße und Bahnstrecke – das war die Bilanz eines Aufsehen erregenden Lkw-Unfalls auf der B304 zwischen Stein an der Traun und Sankt Georgen. Foto: FDLnews/BeMi

Traunreut/Stuttgart – Vergangenen Dienstag, den 25. Juni, waren bei einem schweren Unfall mit einem Viehtransporter drei Rinder ums Leben gekommen. Nun hat die Tierschutzorganisation PETA bei der Staatsanwaltschaft Traunstein Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet.


Der mit rund 25 Tieren beladene Lastwagen war auf der B304 von Altenmarkt kommend in Richtung Traunstein unterwegs, als der Fahrer am Ortsausgang von Stein an der Traun mit seinem Lkw von der Fahrbahn abkam und umkippte.

Zwei Rinder wurden bei dem Unfall so schwer verletzt, dass sie von der Polizei vor Ort getötet werden mussten. Eine weitere Kuh fiel verletzt in einen Kanal, konnte sich selbst daraus befreien und in Richtung der Siedlung Fasanenjäger davonlaufen. Auch dieses Tier musste von den Beamten erschossen werden (zu unserem Bericht).

PETA hat nun nach eigener Mitteilung gegen die Verantwortlichen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Traunstein erstattet, unter anderem wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie die Tierschutztransportverordnung.

Wie die Organisation mitteilt, seien jegliche Transporte für die Tiere stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst, sind erdrückender Enge und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen. Die Tierschutzorganisation fordert deshalb ein ausnahmsloses Verbot von Tiertransporten.

„Schonende Tiertransporte gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Schweine, Rinder, Hühner oder Puten qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die empfindlichen Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Jeder Verbraucher, der Fleisch isst, trägt Mitschuld. Nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“

Rinder dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Durch Ausnahmegenehmigungen seien die Transportzeiten jedoch oft sehr viel länger. Auch ohne Transporte leiden die Tiere in der Ernährungsindustrie. Kühe sind soziale Lebewesen, die lebenslange Freundschaften schließen und eine enge Bindung zu ihrer Familie haben. 
Für Ernährungszwecke werden die intelligenten Tiere anhand ihres Nutzens für den Menschen beurteilt und wie Produktionsgüter behandelt. Ihr meist kurzes Leben verbringen sie in der Regel in überfüllten Ställen ohne Freilauf. Jedes Jahr werden mehr als 3,5 Millionen Rinder in deutschen Schlachthäusern getötet – oftmals ohne wirksame Betäubung.

PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, um für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Veganer bewahren laut PETA bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

red/PETA