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Pesic lobt und rügt - DBB-Team weiter ungeschlagen

Ulm (dpa) - Viel Zeit, um den dritten Sieg im dritten Spiel zu feiern, gab Svetislav Pesic seinen Profis nicht. Ein kurzes Abklatschen mit den Fans, dann hieß es für die deutschen Korbjäger duschen, essen und schlafen.

Steigerungspotenzial
Bundestrainer Svetislav Pesic gibt den Spielern Anweisugen. Foto: Stefan Puchner Foto: dpa

Auch Interviews untersagte der neue und alte Bundestrainer seinen Schützlingen am Freitagabend nach dem souveränen Sieg gegen Schweden. Durch das 81:66 übernahm die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) die Tabellenführung in der Gruppe B der Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 in Slowenien.

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Ab in den Bus und ins Hotel. Schließlich ging es am Samstagmorgen von Ulm via Frankfurt in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku, wo am Montag der Hinrunden-Abschluss ansteht. «Wir haben jetzt eine sehr lange Reise vor uns, deshalb müssen wir uns so schnell wie möglich regenerieren», sagte der Nachfolger von Dirk Bauermann.

Pesic hält auch bei seiner zweiten Amtszeit als Nationalcoach alle Zügel in der Hand. Der Europameistercoach von 1993 ist ein Perfektionist, alles ist dem sportlichen Erfolg seiner Mannschaft untergeordnet. Wenn dann zum Beispiel im Presseraum die Klimaanlage zu hoch eingestellt ist, dann löst das beim 62-Jährigen schon einmal ein lautes Grummeln aus.

Dabei hätte Pesic eigentlich viel Grund zur Zufriedenheit gehabt. Abgesehen vom Schlussviertel, als sein Team das Zepter nach einer zwischenzeitlich bis auf 26 Punkte angewachsenen Führung etwas aus der Hand gab, zeigte die neu formierte DBB-Auswahl vor 6000 Zuschauern in der schmucken Ulmer Arena eine starke Vorstellung.

«Wir haben 30 Minuten lang exzellenten Basketball gespielt», lobte auch Pesic. Doch die nächste Kritik ließ nicht lange auf sich warten. «Am Ende haben wir uns leider von der Euphorie der Fans tragen lassen und die Konzentration verloren. Ein Qualifikationsspiel dauert aber 40 Minuten», rügte der Bundestrainer seine junge Mannschaft.

Zuckerbrot und Peitsche - das ist die Taktik, mit der Pesic das unerfahrene deutsche Team führt. Insgeheim ist der Serbe selbst ein wenig überrascht, wie gut es nach der verpassten Qualifikation für Olympia im vergangenen Jahr und dem zumindest temporären Ausscheiden von Superstar Dirk Nowitzki bereits läuft. Dass die deutschen Riesen am Montag in Baku die Chance haben, die Hinrunde ohne Niederlage zu beenden, hatte er nicht als gegeben vorausgesetzt.

Pesic weiß aber auch, dass seine Jungspunde erst am Anfang eines Entwicklungsprozesses stehen und noch jede Menge Steigerungspotenzial besitzen. Deshalb hält er nichts von vorzeitigem Überschwang. «Ich habe eine sehr hungrige und lernwillige Mannschaft», lobte der Ex-Coach von ALBA Berlin. «Doch wie es um den deutschen Basketball bestellt ist, das können wir besprechen, wenn wir für die EM qualifiziert sind», meinte Pesic. Das Zwischenfazit fällt auf jeden Fall positiv aus.

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