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Papst em. Benedikt XVI. ist Surbergs erster Ehrenbürger

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Papst em. Benedikt XVI. ist Surbergs erster Ehrenbürger
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Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer überreichte Papst em. Benedikt XVI. die Ehrenbürgerurkunde.
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Diese Urkunde überreichten die drei Bürgermeister von Surberg dem emeritierten Papst Benedikt XVI. am Montag in Rom.

Surberg – Die Gemeinde Surberg hat ihren ersten Ehrenbürger: Papst em. Benedikt XVI. erhielt am Montag im Vatikan von Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer die Ehrenbürgerurkunde überreicht.


Dazu empfing Benedikt XVI. eine kleine Delegation, der neben Josef Wimmer auch zweiter Bürgermeister Michael Wimmer, dritter Bürgermeister Georg Rehrl und der ehemalige zweite Bürgermeister Manfred Schallinger angehörten, zu einem Gespräch in seinen privaten Gemächern im Kloster Mater Ecclesiae.

»Die gesamte Gemeinde Surberg, einschließlich der Pfarrfamilie St. Georg in Surberg freut sich von ganzem Herzen, dass Sie nun wieder 'einer von uns' sind«, sagte Bürgermeister Josef Wimmer in seiner kurzen Rede. Neben der Urkunde hatten die Vertreter der Gemeinde auch Geschenke mitgebracht, darunter eine Tischdecke und ein Heimatbuch der Gemeinde.

Auch ein großer Palmbuschen, den eine Surberger Kindergärtnerin gebastelt hatte, wurde dem Papst emeritus überreicht. Für diesen, so versprach es der Privatsekretär des Heiligen Vaters, Georg Kardinal Gänswein, werde er einen besonderen Platz suchen. Der Vorsitzende des Heimatkundlichen Vereins und ehemalige zweite Bürgermeister Manfred Schallinger hatte ein Fotobuch mitgebracht, das auch Bilder vom Besuch des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger in Surberg anlässlich der 1200-Jahr-Feier zeigte.

Mehr als eine halbe Stunde nahm sich Benedikt XVI. für seine Gäste Zeit zum Gespräch. Und der 92-Jährige war zum Plaudern aufgelegt. Gern denke er an seine Weggefährten aus der Zeit in Surberg und Traunstein zurück, wie an Dr. Hogger und Pfarrer Berger; beide waren Studienkollegen von Papst Benedikt XVI. Interessiert folgte er auch der Nachricht, dass das Haus in Hufschlag, in dem seine Familie gelebt hatte, nun unter Denkmalschutz steht. Von den vielen Erinnerungen an Surberg angeregt, erzählte Benedikt so manche Anekdote.

Etwa wie ihm der Surberger Militärarzt Dr. Gerner, der später eine Praxis in Lauter hatte, als 17-Jährigem einen tiefen Schnitt im linken Daumen nähte. Die Narbe sei heute noch gut zu sehen, sagte der Heilige Vater und schmunzelte. Auch an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erinnere er sich noch gut. Dann musste er mit den Lebensmittelkarten immer von Traunstein nach Surberg hinauf. Ob der Weg dorthin immer noch so steil sei, wollte er von Bürgermeister Wimmer wissen. »Ja, aber inzwischen ist er geteert, da geht es sich leichter«, antwortete ihm dieser.

Anschließend begrüßte der Heilige Vater noch vor dem Kloster Mater Ecclesiae die Reisegruppe aus Surberg, die extra für die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nach Rom gereist war. Dem »ehemaligen Surberger« zu Ehren wurde gemeinsam bei strahlend weiß-blauem Himmel die Bayernhymne gesungen.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der Dienstagsausgabe des Traunsteiner Tagblatts und des Berchtesgadener Anzeigers.

vew