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Musikalische Begegnung mit italienischen Meistern beim Konzert des Dante-Kulturvereins Traunstein

Opernarien in Kammermusik umgewandelt

»Incontro musicale italiano« – musikalische Begegnung mit italienischen Meistern war die schöne kammermusikalische Matinee im Kulturzentrum in Traunstein überschrieben. Immer wieder organisiert die deutsch-italienische Kulturvereinigung Societa Dante Alighieri Traunstein im Rahmen ihres Kulturprogramms Konzerte, um Italienfreunden nicht nur die italienische Sprache, Küche oder Literatur nahe zu bringen, sondern auch die italienische Musik.

Das Kammermusiktrio mit Flötistin Gabriele Bauer-Will (links), Pianistin Elisabeth Nagl-Ferstl und dem Cellisten Simon Nagl bei »Incontro musicale italiano« im Traunsteiner Kulturzentrum. (Foto: Giesen)

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Vereins, Arianna Viganego-Ziemann, begann ein buntes Programm durch die italienische Musik. Simon Nagl am Cello gab ausführliche Informationen zu allen Stücken. Vor der Pause erklangen verschiedene Sonaten in fünf oder drei Sätzen aus der Barockzeit von dem Venezianer Benedetto Marcello, der hauptberuflich Jurist war, über den französischen Steuereintreiber Joseph Bodin de Boismortier, Giovanni Battista Sammartini bis zu – besonders wegen seiner Weihnachtskonzerte berühmten – Arcangelo Corel-li. Begeisternd waren die glasklaren Blockflötenklänge von Gabriele Bauer-Will, die in Traunstein durch zahlreiche Auftritte, zum Beispiel in der Konzertreihe »Musik im Kircherl«, schon lange keine Unbekannte mehr ist. Je nach Stück spielte sie auf verschiedenen Flöten, auch der beeindruckend Großen Bassblockflöte. Am Klavier brillierte Elisabeth Nagl-Ferstl, die neben ihrer Forschungs- und Konzerttätigkeit auch an der Musikschule in Grassau unterrichtet. Auch der Cellist Simon Nagl, unter anderem Musiker im Salzburger Mozarteum-Orchester und Initiator der Ruhpoldinger Opern- und Konzerttage, demonstrierte virtuos die unglaublich variablen Klangmöglichkeiten des Cello, wobei auch er zwischen viersaitigem und fünfsaitigem Instrument wechselte. Im zweiten Teil des Konzerts nach der Pause erfreuten vor allem die »Saluti da Pinerolo«, zwei Volksliedmelodien aus der italienischen Partnerstadt Traunsteins, die der zweite Bürgermeister, Hans Zillner, von dort mitgebracht hatte. Gabriele Bauer-Will hatte diese volksmusikalischen Stücke für die drei Instrumente des Ensembles, Klavier, Cello und Flöte, umgearbeitet, sodass zur Freude des Publikums nun auch musikalische Grüße aus der Partnerstadt erklangen.

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Im weiteren Teil des Konzerts waren verschiedene, für das Ensemble umgearbeitete Melodien aus mehreren italienischen Opern zu hören. So erklang das weltberühmte »Reich mir die Hand mein Leben« aus Mozarts »Don Giovanni«, diesmal jedoch mit Bassblockflöte, Barockcello und Klavier, und bei einer Arie aus Verdis Oper »Rigoletto« übernahm die Flöte die berühmte Arie des Tenors »Questo o quella«. Es folgten Arien aus »Cavalleria rusticana« und zwei weiteren Opern, wobei das Publikum jedes Stück mit Applaus belohnte. Eine Zugabe durfte natürlich nicht fehlen. Christiane Giesen