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Oberteisendorfer Firmen kämpfen mit Lieferengpässen

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Nur Anlieger dürfen derzeit die Ortsdurchfahrt von Oberteisendorf passieren. Ein erster Baustopp ist erst im Dezember geplant. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Nach mehrjähriger Planungszeit ist es soweit. Die umfangreichen Maßnahmen zur Neugestaltung der Bundesstraße 304 in Oberteisendorf haben begonnen.


Das Staatliche Bauamt Traunstein hatte dazu interessierte Bürger zu einer Infoveranstaltung in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Sehr viele Besucher, vor allem Anlieger, waren gekommen, um sich über den geplanten Bauablauf sowie die damit verbundenen Sperrungen beziehungsweise die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen zu informieren.

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Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt ging kurz auf den geplanten Bauablauf ein. So wird ab sofort im Straßenabschnitt zwischen Obermoos bis zur Brücke Oberteisendorfer Ache (Hofwirt) der Regenwasserkanal und der Schmutzwasserkanal erneuert. Der Regenwasserkanal soll bis zum Wintereinbruch fertig sein. Eventuell wird auch der Trinkwasserleitungsbau in Obermoos in Angriff genommen. Ab Mitte Dezember werden die Arbeiten eingestellt. In der Winterpause, die voraussichtlich vom 20. Dezember bis März 2020 je nach Witterung dauert, wird die Straße wieder für den öffentlichen Verkehr durchgehend befahrbar sein.

Ab Frühjahr 2020 erfolgt die Fertigstellung des Rohrleitungsbaus bis zur Oberteisendorfer Ache. Dann beginnt der Rohrleitungs- und Straßenbau von der Brücke bis zum westlichen Ortsende. Ab Ende Juni bis zum Ende der Sommerferien Mitte September wird die Straße wieder durchgehend öffentlich befahrbar sein. Nach der Sommerpause erfolgt der Straßenbau der Ortsdurchfahrt bis zum östlichen Ortsende. Die Fertigstellung ist offiziell für November 2020 anvisiert. »Hoffentlich sind wir bis Weihnachten fertig«, sagte Martin Bambach.

Polier Kurt Hauser ist Ansprechpartner

Er sei sich bewusst, dass es bei so einer großen Maßnahme und einer derart befahrenen Straße, die auch als Bedarfsausweichstrecke für die Autobahn gilt, schwierig ist, die Arbeiten zu koordinieren und alle Interessen und Wünsche der Anlieger und Autofahrer unter einen Hut zu bringen. Dennoch sei er optimistisch, dass dies mit den beteiligten Firmen gelingen werde.

Ansprechpartner ist Polier Kurt Hauser. Er werde die Anlieger bei Sperrungen vor den Hofeinfahrten mündlich oder schriftlich, zum Beispiel mit Wurfzetteln informieren. Für längerfristige Planungen könne man sich auch persönlich an Kurt Hauser am Baulager gegenüber des Feuerwehrhauses wenden. Größere Anlieferungen im Baustellenbereich müssen mit dem Polier Kurt Hauser unbedingt abgesprochen werden.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass dies vor allem für dort ansässige Firmen wichtig ist, die bereits jetzt mit Lieferengpässen zu kämpfen haben. Martin Bambach wies darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt Oberteisendorf für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. Nur Anwohner dürften hineinfahren und würden gemeinsam mit der Baufirma immer eine Möglichkeit finden, in ihr Haus zu kommen. Für Rettungsdienste sei die Befahrbarkeit immer sichergestellt. Auch die Feuerwehr müsse man, so ein Diskussionsteilnehmer, rechtzeitig informieren, damit diese im Notfall reagieren kann.

Beim Aufgraben für den Leitungsbau versuche man, so Bambacher, die Straße soweit wie möglich zu erhalten. Erst wenn der endgültige Straßenausbau erfolgt, werde die jetzige Straße komplett abgetragen. Alles was jetzt aufgerissen wird, werde für die Winterpause wieder neu asphaltiert, ohne dass diese Asphaltdecke aber die Qualität der fertigen Baumaßnahme habe.

Anwohner mahnt Einhaltung der 30er-Zone an

Der Verkehr wird großräumig über Waging umgeleitet. Für den innergemeindlichen Verkehr zwischen Teisendorf nach Oberteisendorf kann der Weg über Freidling oder Rückstetten genutzt werden. Ein Anwohner der Holzhausener Straße wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dort Tempo-30-Zone sei. Er appellierte an alle Autofahrer diese einzuhalten, regte aber auch verstärkte Kontrollen an, weil viele Autofahrer deutlich zu schnell fahren und damit die Anwohner gefährden.

Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass die Müllabfuhr weiter so ablaufen werde wie bisher. Falls notwendig würden die Bauarbeiter der verantwortlichen Baufirma die Mülltonnen so verrücken, dass sie trotz Baumaßnahmen geleert werden können. Bei der Erneuerung der Wasserleitung werde die Surgruppe informiert. In der Regel werde es nur ein bis zwei Stunden kein Wasser geben, bis der neue Anschluss läuft.

Schulbusverkehr derzeit noch ein Problem

Ein Problem, dass noch nicht zur Zufriedenheit der Anwohner gelöst ist, sind die Haltemöglichkeiten für die Schulbusse, die zum einen nach Traunstein (Sparz) zum anderen nach Teisendorf (Grundschüler) fahren. Hier müsse in Zusammenarbeit mit Busunternehmen, Gemeinde und Bauamt eine Lösung gefunden werden, die die Sicherheit der Kinder beim Ein- und Aussteigen und die pünktliche Abwicklung des Schulbesuches gewährleistet. Die Verantwortlichen haben dies als »Hausaufgabe« aus der Veranstaltung mitgenommen.

Vor Beginn der Baumaßnahme hat ein Bausachverständiger in den einzelnen Häusern im Baustellenbereich eine Schadensbestandsaufnahme gemacht. Über das Ergebnis wurden die Besitzer nicht informiert, was zu Irritationen führte. Sie möchten die Berichte gerne einsehen, um im Schadensfall Rechtssicherheit zu haben. Bambacher erklärte, dass dies nicht üblich sei. Die Bestandsaufnahmen würden erst dann ausgearbeitet, wenn tatsächlich ein Schadensfall auftritt. »Es ist in unserem Interesse, dass keine Schäden entstehen. Wir wollen niemanden über den Tisch ziehen«, beruhigte er die Gemüter. kon

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