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»O sole mio«

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Der Sängerchor Traunreut präsentierte sich zusammen mit dem Ensemble »TraunSalon« und Opernsolist Thomas Luckett in Hochform. (Foto: Benekam)

Der Sängerchor Traunreut hat ein neues, stimmgewaltiges Mitglied – es ist noch jung und wird dem seit 1951 bestehenden Chor hoffentlich noch lange erhalten bleiben: Ein breites Lächeln ging durch den voll besetzten k1-Saal in Traunreut, als sich gegen Konzertende der charmante Opernsänger Thomas Luckett, wie als Geste der Zugehörigkeit, einen langen roten Seidenschal um den Hals hängte – mit seinem schwarzen Frack sah er nun genauso aus wie die Mitglieder des Sängerchors auf der großen k1-Bühne.


Weltbekannte Melodien, gehobene Unterhaltungsmusik und beliebte »Canzoni Italiane« hatten zuvor auf dem Konzertprogramm des Sängerchors und des Ensembles »TraunSalon« gestanden, das unter Chorleiter und Dirigent Richard Kalahur mit grandioser Leistung den musikalischen Hochgenuss komplettierte.

Mit dem »Spanischen Marsch« von Josef Rixner und der ersten südländischen Böe begrüßte das Salonorchester seine Zuhörer. »Ain't she sweet« von Milton Ager forderte in der deutschen Liedübersetzung zum Mitsingen auf: »Sing mit mir«. Lächelnd versprühte der Chor seine gute Laune im k1, die sich beim ersten Solo auf den Solisten Thomas Luckett übertrug. Mit warmer, aber kraftvoller Tenorstimme begeisterte er in »Musica Proibita« von Stanislao Gastaldon.

Feier- und Tanzlaune machte sich beim Chorlied »Die schöne Spanierin« breit, wobei sich Richard Kalahur während seines temperamentvollen Dirigats scheinbar nur schwer einen Luftsprung verkneifen konnte.

Thomas Luckett gab mit »Parlami d'amore Mariu« sein nächstes Solo. Der Sängerchor schaffte es, sich nicht ganz den Schneid abkaufen zu lassen und zog mit fast euphorischem Ausdruck und sattem harmonischem Gesamtklang bei »La Cucaracha« voll mit. Nach dem nächsten Tenorsolo »O sole mio« (Eduardo Di Capua) brauchten die Musiker eine Verschnaufpause.

Nach der Pause bekamen die Gäste vom Salonorchester zu hören, wie sich der »Frühling in der Toskana« (Gerhard Winkler) anhört. Schön ins musikalische Thema passte im Anschluss das Canzone Napoletana »Mattinata« von Ruggiero Leoncavallo, mit dem sich Luckett einen kräftigen Applaus verdiente. Mit dem Tessiner Volkslied »Bella bionda« ging der Chor stimmlich noch einmal in die Vollen und kassierte ebenso kräftigen Applaus.

Bei dem folgenden Canzone Napoletana »Non ti scordar di me« (Ernesto de Curtis) entwickelte sich Luckett im Ausdruck zu einem wahren »Liebeskummerverstärker«. Sein Auftritt im k1 wird sicher unvergessen bleiben, brachte ihm doch eine Dame aus dem Publikum sogar eine rote Rose.

Der Chor brachte sich noch einmal stimmungsaufhellend mit »La Bamba« ins Konzert ein, das Salonorchester setzte schwungvoll mit »Flirt« von Carl Michael Ziehrer noch eins drauf. Bevor das letzte neapolitanische Lied »Funiculi« (Luigi Denza) das Konzert beschloss, brillierte noch einmal Lucketts wunderschöne Tenorstimme in »Core 'ngrato« von Salvatore Cardillo. Heftiger Schlussapplaus und Bravorufe sorgten für das bekannte »O sole mio« als Zugabe. Kirsten Benekam