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Marktgemeinderat Teisendorf zeigte sich mit Kostenentwicklung zufrieden – Mehrkosten führten zu Mehrwert

Nur geringe Kostensteigerung bei Turnhallensanierung

Teisendorf – Kurz vor Fertigstellung der Turnhalle wurde im Gemeinderat Bilanz gezogen. Die veranschlagten Kosten von rund 5,3 Millionen Euro wurden nur um rund 186 000 Euro überschritten. Dies ist ein Plus von 3,5 Prozent. Bürgermeister Thomas Gasser bezeichnete diese Steigerung als »nicht dramatisch«. »Wir sprechen hier von Generalsanierung, wo man nicht alles vorab aufs Genaueste planen kann und auch unerwartete Situationen auftreten können. Zudem haben die Kostensteigerungen zu einer Erhöhung der Qualität des Gebäudes, und damit zu einem Mehrwert geführt«, so der Bürgermeister.

Die neue Treppe für den Notausgang an der Ostseite der Turnhalle wurde nachträglich eingebaut. (Foto: Konnert)

Auch Gemeinderat Edwin Hertlein (Bündnis 90/Die Grünen) hob hervor, dass bei vielen Projekten deutlich höhere Kostensteigerungen zu verzeichnen waren. »Hier ist nichts aus dem Ruder gelaufen« «, betonte er. Gemeinderat Alois Stadler (CSU) fügte hinzu, dass alle Kostensteigerungen und die damit verbundenen Maßnahmen mit dem Gemeinderat abgestimmt waren.

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Laut Architekt Bernhard Putzhamer und Bauleiter Michael Schmidt sind die Kostensteigerungen vor allem in der Kostengruppe (KGR) 300 Bauwerk-Baukonstruktionen aufgetreten, während bei den technischen Anlagen (KGR 400) und den Baunebenkosten (KGR 700) leichte Einsparungen zu verzeichnen sind. Der größte Posten bei den Mehrkosten bilden mit 55 000 Euro die Baumeisterarbeiten, im Einzelnen die Sicherung der Fernwärmeleitung – hier entsprachen die Bestandsunterlagen nicht der Realität – die Betonsanierung der Unterzüge, notwendig geworden aufgrund eines nicht bekannten Altschadens und der Einbau des Notausgangs an der Ostseite, vom Landratsamt aus Sicherheitsgründen nachträglich gefordert.

Dieser Notausgang wurde auch mit einer Stahltreppe versehen, was gemeinsam mit dem Bau des Vordachs beim Eingang des Alpenvereins und der von den Statikern verlangten Unterkonstruktion für Sportgeräte zu Mehrkosten von 25 000 Euro bei den Schlosserarbeiten geführt hat. Mit 46 000 Euro Mehrkosten schlugen die Tischlerarbeiten für die Prallwände in der Turnhalle zu Buche. Entgegen der ursprünglichen Planung wurden die Prallwände nicht nur bis an den unteren Fensterrand, sondern bis zur Decke geführt. Auch das von der Schule gewünschte Multi-Motion-Center – eine vielseitig nutzbare Kombination von Bewegungslandschaft, Kletter-, Spiel- und Trainingsanlage - hat Mehrkosten verursacht. Für den textilen Prallschutz im Judoraum wurde wegen eventueller Restfeuchte eine Unterkonstruktion aus Holz notwendig, um die Wände zu hinterlüften. Ursprünglich sollte der Prallschutz hier direkt auf die Wand befestigt werden. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 8000 Euro.

Der Sportboden war um 20 000 Euro teurer als ursprünglich geplant, obwohl der günstigste Bieter auf dem Markt gewählt wurde. Die Anpassung der Schließanlage an das auch bei der Schule verwendete Schließsystem auf Wunsch des Bauherrn führte zu Mehrkosten von 23 000 Euro. Für rund 16 000 Euro wurde eine neue Reck- und Barrenanlage angeschafft. Weitere Kosten beziehen sich auf den nachträglichen Einbau einer Akustikdecke im Treppenhaus, auf Putz und Estricharbeiten (Massenmehrung), Stahlbauarbeiten (aus Gründen der Statik notwendig gewordene, zusätzliche Konsolen für Hauptbinder) und Spenglerarbeiten (stärkere Dachrinnenhaken).

Nach intensiver Diskus- sion hat der Gemeinderat mit 12:6 Stimmen beschlossen, auch die Sanierung des Verbindungstunnels zwischen Schule und Turnhalle in Angriff zu nehmen. Diese Maßnahme war nicht Teil der Generalsanierung der Turnhalle. Nachdem der 25 Meter lange Tunnel Feuchteschäden aufweist, wurde von Architekt Berndhard Putzhammer eine innenliegende Abdichtung vorgeschlagen, um Feuchteintritt in Zukunft zu verhindern.

Die abgedichteten Wände sollen danach gestrichen, die Elektroleitungen brandschutzgerecht verkoffert und der Bodenbelag erneuert werden. Die Kostenschätzung liegt bei 50 000 Euro. Die Gemeinde hat dafür einen Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern gestellt, über den noch nicht beschieden ist. Die Maßnahme soll so durchgeführt werden, dass sie den Schulbetrieb nicht beeinträchtigt. kon