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Coronavirus
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In China sind viele Menschen mit Schutzmasken unterwegs. Das soll die Ausbreitung eines Virus verhindern. Foto: Willie Siau/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa Foto: dpa

Andere Menschen zu beleidigen oder zu benachteiligen, ist verboten. Dennoch erleben Menschen, die asiatisch aussehen, so etwas gerade häufiger.


»Schnell weg«, rufen die Kinder. »Ein Virus-Chinese!« Sie springen auf und rennen den Bahnsteig entlang. Dann kichern sie und gehen normal weiter. Nur einer kichert nicht: Es ist der Junge mit chinesischem Aussehen, der gerade von den anderen Kindern beleidigt wurde. Er sitzt auf einer Bank und schaut traurig.

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Solche Momente wie den in Berlin erleben gerade Menschen mit asiatischem Aussehen auf der ganzen Welt. Obwohl zum Beispiel ein Bus voll ist, bleibt der Platz neben ihnen leer. Oder in ihre Läden oder Restaurants kommen kaum noch Kunden. Denn manche Leute meiden gerade Menschen mit asiatischem Aussehen. Sie glauben, sich so vor einem Krankheitserreger zu schützen: einer neuen Form des Coronavirus'.

Das Virus tauchte zuerst im Land China auf. Dort steckten sich bisher etwa 24 000 Menschen an. In anderen Ländern sind es deutlich weniger. Wer sich ansteckt, bekommt zum Beispiel Fieber und Husten. Gefährlich kann die Krankheit vor allem für Menschen sein, die sehr alt sind oder schon vorher krank waren. Sich in Deutschland mit dem Virus anzustecken, ist sehr unwahrscheinlich.

Wer asiatisch aussehende Menschen beschimpft oder nicht neben ihnen sitzen will, diskriminiert sie. Diskriminierung bedeutet: Menschen haben Vorurteile gegenüber Leuten einer bestimmten Gruppe. Das kann zum Beispiel Menschen treffen, die aus einem anderen Land stammen oder die zu einer bestimmten Religion gehören.

Dabei ist es egal, ob die Menschen aus China stammen und hier gerade Urlaub machen. Oder ob sie Deutsche sind, deren Vorfahren irgendwann einmal aus China herkamen. Wer sie meidet, weil er denkt, sich anzustecken, diskriminiert sie. Das ist verboten.

Dennoch kommt Diskriminierung in Deutschland vor. Wer miterlebt, wie andere schlecht behandelt werden, kann helfen. Der Junge vom Anfang des Textes hätte sich vermutlich jemanden gewünscht, der bei ihm bleibt. Oder der den anderen Kindern sagt, dass sie Unsinn erzählen.