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»Niederlage und andere Sensationen«

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»Schweig« nennt Valentin Diem diese Figur, die sich mit dem Redeverbot, trotz Stacheldraht und Mundklammern schwer zu tun scheint. (Foto: Eder)

»Niederlage und andere Sensationen« betitelt der junge 25-jährige Künstler Valentin Diem seine Ausstellung, die bis einschließlich 4. März in der Grassauer Galerie im ersten Stock der Tourist- Information zu sehen ist. Die kleine, gelungene Ausstellung ist jedoch weit ab von jeder Niederlage und begeisterte das teils sehr fachkundige Publikum während der Vernissage. Selbst Künstlerkollege Andreas Kuhnlein stattete dem jungen Bildhauer einen Besuch ab.


Als »Newcomer« und freischaffender Künstler zu arbeiten ist nicht einfach. Mit seinen durchdachten und feinsinnigen Skulpturen gelang es dem jungen Valentin Diem nun bereits ein zweites Mal, die Aufmerksamkeit zu erlangen. Erst vor einigen Monaten wurde die Klangfigur »Lauscher« am Bergbad enthüllt. Nun präsentiert sich der Bildhauer mit weiteren Werken. Horst Lehnert informierte über den jungen Mann, der 1992 geboren wurde, 2011 sein Abitur ablegte, dann zwei Semester Elektrotechnik studierte, das Studium schmiss und stattdessen die Ausbildung zum Holzbildhauer an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei in Berchtesgaden absolvierte. Mit dem Gesellenbrief sowie der Auszeichnung Bayrischer Staatspreis schloss Diem die Ausbildung ab. Lehnert stellte auch die beiden Gastkünstler, Michael Noichl, einen jungen Schreiner und Metallbaukünstler vor, der seine Metalltreibarbeiten ausstellt. Christiane von Kutzschenbach beteiligte sich mit Acrylarbeiten an der Ausstellung.

Nach einigen Stücken von »Status Seeker«, der Band in der auch Valentin Diem mitwirkt und Songs komponiert, informierte der Künstler über den Titel der Ausstellung. Niederlagen, da denke er an Fußball. Hier handle es sich aber um die persönlichen Niederlagen, wenn der Kopf weiterdenkt, aber die Motorik in dem Moment nicht mitspielte. Dies zeige seine Skulptur des Klavierspielers, der mit den Händen an den Tasten hänge, dessen Füße aber in den Abgrund gleiten. »Größenwahn« bezeichnete Valentin Diem als eine »moralische Krankheit«. Bemerkenswert sind seine Figuren aus Lindenholz und Stahl »Schweig« mit dem zugetackerten Mund oder auch »Sein oder nicht sein«, wobei auch elektronische Bauteile eingefügt wurden. Dies könne auch als Warnhinweis der heutigen Gesellschaft gedeutet werden. Ausgestellt wird zudem sein Gesellenstück »Vale-Faun«, ein »Selbstbildnis«, was zumindest das Gesicht des Gehörten betrifft.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 4. März, montags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 16.30 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 bis 14 Uhr zu sehen. Finissage ist am Sonntag, 4. März um 11 Uhr. Tamara Eder