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Nichts für schwache Nerven

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Ein Kampf auf Biegen und Brechen war die Begegnung zwischen Andreas Rühle und Eduard Tatarinov. Bilder auch unter www.berchtesgadener-anzeiger.de. (Fotos: Waßmuth)

Nichts für schwache Nerven war der Ringerabend am Samstag im Kongresshaus Berchtesgaden. Nach einer extrem spannenden Begegnung gingen die Athleten des TSV Berchtesgaden als knappe, aber letztendlich doch verdiente Sieger von der Matte. Sie hatten die Ringer des TV Traunstein vor rund 1 000 Zuschauern mit 17:15 besiegt.


Zwar endeten vier von fünf Kämpfen in der ersten Hälfte zugunsten des TSV Berchtesgaden. Doch die Experten wussten, dass die Traunsteiner unter den weiteren fünf Kämpfern im zweiten Teil des Ringsportabends lauter Athleten hatten, die für entscheidende und klare Siege gut sind. So blieb es bis zum Ende spannend. Der erwartete Zuschauerrekord ist ausgeblieben, weil in der Ramsau eine große Hochzeit gefeiert wurde und auch aus Traunstein nicht die erwarteten Zuschauer gekommen sind.

Bereits der Auftaktkampf zwischen Tobias Küpper (F 57) und Ben Wittenzellner hatte es in sich. Der junge TSVler zog alle Register seines Könnens und gewann nach mehreren Oberlagen mit 18:2 und damit Technischer Überlegenheit in 3:15 Minuten. Nach einem Auftakt nach Maß ließ auch Peter Fodor (G 130) keine Zweifel an seinem Siegeswillen aufkommen. Nach fünf Minuten hatte der Ungar den Modellathleten Gökan Tetik mit 16:0 besiegt.

Kurzen Prozess machte im folgenden Kampf Sebastian Hillebrand (G 61) mit Andreas Dik. Nach 19 Sekunden lag der Traunsteiner auf den Schultern, nachdem Hillebrand zu einem klassischen Kopfzug angesetzt hatte, aus dem es für den Traunsteiner kein Entrinnen gab. Keine Chance hatte dagegen Hans Preinfalk (F 98) gegen den bulgarischen Meister Georgi Sredkov. Nach eineinhalb Minuten gab es für Preinfalk kein Entkommen mehr und er lag auf den Schultern.

Im letzten Gefecht vor der Ringpause zog Lukas Laue (F 66) alle Register seines großen Könnens. Im wohl besten Kampf des Abends ließ Laue seinem Gegenüber Luca Zeiser nicht den Hauch einer Chance und lag nach 5:30 Minuten mit 16:0 Punkten vorne. Dieser 16:4-Vorsprung war aber auch nötig, denn Traunsteins Asse sollten noch kommen.

Zunächst stand Marius Mackamul (G 86) dem starken und bestens bekannten Alex Patalaschko gegenüber. Ohne eine technische Wertung, aber mit einer Verwarnung für den Gast gewann Mackamul mit 1:0 und jetzt sah es gut für den TSV Berchtesgaden aus. Allerdings stach zunächst ein Traunsteiner Ass: Artur Tatarinov gelang gegen Florian Rehlegger (G 71) nach 4:11 Minuten ein überlegener Punktsieg. Berchtesgadens Vorsprung schmolz auf 17:8 und noch kamen ja weitere starke Gäste-Athleten.

Ein Kampf auf Biegen und Brechen war die Auseinandersetzung zwischen Andreas Rühle (F 80) und Eduard Tatarinov. Nachdem Tatarinov den Letten mit seinem russischen Spezialgriff, dem Satiev, überrascht hatte und auch in der Folge der aktivere Ringer war, lag Rühle scheinbar aussichtslos mit 0:12 zurück. Der Sieg im Mannschaftskampf wackelte erheblich. Doch trotz einer Verletzung rappelte sich Rühle wieder auf und bot dem Traunsteiner einen ebenbürtigen Kampf. Rühle holte Punkt um Punkt auf und hatte Tatarinov am Rande der Niederlage. Am Ende rettete der deutsche Juniorenmeister aus Traunstein einen 16:14-Punktsieg über die Zeit und wahrte seiner Staffel damit die Chance auf ein Unentschieden.

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Die ersten Punkte für das TSV-Team holte Tobias Küpper gleich im Auftaktkampf gegen Ben Wittenzellner.

Dazu wären jedoch zwei Viererwertungen nötig gewesen. Dies machte im vorletzten Kampf Christoph Graßl (F 75A) zunichte, der zwar gegen Ilja Vorobev mit 0:12 verlor, aber dabei nur drei Punkte gelassen hat. Bis zur Kampfpause hielt Graßl ein 0:0, ehe er konditionell einbrach und dem Traunsteiner einen klaren Punktsieg überlassen musste. Weil Vorobev nicht entscheidend punkten konnte, war der Mannschaftssieg zum großen Jubel der Zuschauer vor dem letzten Gefecht schon unter Dach und Fach.

Der letzte Kampf zwischen Alexander Petersen (G 75B) und Plamen Petrov, einem Olympia- und Weltmeisterschaftsstarter aus Bulgarien, war somit nur mehr Makulatur. Petrov siegte mit 13:4 und verbesserte das Traunsteiner Skore auf 17:15. TSV-Abteilungsleiter Hans Labacher zeigte sich total zufrieden, denn man hatte im Vorfeld nicht gewusst, ob dieser Kampf zu gewinnen sein würde.

Die weiteren Ergebnisse vom vierten Kampftag in der Bayernliga: SC Anger – SC Isaria Unterföhring 17:4, AC Penzberg – SV Mietraching 12:19, SC Oberölsbach – TSC Mering 25:4. cw