»Nicht einen einzigen Kurs besucht«

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Hans Mühlbacher mit seinem Gemälde »Heimat«, das sehr farbenfroh Gebäude aus seiner Heimatgemeinde Wonneberg zeigt. (Foto: Hans Eder)

Das ganze Haus ist eine einzige Bildergalerie. Dutzende meist großformatiger Ölgemälde sind in dem geschmackvoll umgebauten Bauernhaus am Hochweg 5 in St. Leonhard zu bewundern. Hans Mühlbacher, Jahrgang 1955, ein Autodidakt, wie er im Buche steht, hat hier eine sehenswerte Ausstellung angesammelt, die man – allerdings nur in der wärmeren Jahreszeit – auch jederzeit bewundern kann.


Mühlbacher ist Maler von Beruf und hat über 40 Jahre lang bei der Firma Epple in Waging gearbeitet. Nebenbei aber hat er sich immer schon für Kunst interessiert und seine eigenen Bilder gemalt – als Kunstmaler. In den letzten Monaten, seit er mehr Zeit hat, hat sich seine Schaffenskraft vervielfacht, und es sind seitdem viele neue Gemälde entstanden.

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Dabei liegt sein Schwerpunkt auf Gesichtern, und er fertigt auch auf Wunsch Porträts in Öl auf Leinwand an. Die Bilder, die er liefert, sind unglaublich lebensecht und vielfach kaum von Fotos zu unterscheiden.

Zu erreichen ist Mühlbacher entweder unter Telefon 08681/1733 oder im Internet unter www.atelier-muehlbacher.de, wo sich eine eindrucksvolle Galerie betrachten lässt. Da stellt sich Mühlbacher von seiner ganzen Vielfalt her dar. Da sind tatsächlich zum einen viele Porträts, Personendarstellungen, auch in exotischer Umgebung. Ein weiterer Schwerpunkt sind Gemälde berühmter Maler, die Mühlbacher kopiert. So finden sich etwa in seinem Wohnzimmer um den Kachelofen herum einige tolle Bilder, die er Dali nachempfunden hat.

Darüber hinaus gibt es auch einige abstrakte Ansätze. Als Beispiel genannt sei hier eine »Landschaft« in der Gemeinde Wonneberg, in deren farbenfroh-geometrischer Umgebung die beiden Kirchen in St. Leonhard und Egerdach zu erkennen sind. Und schließlich gibt es noch einige wenige Kompositionen, in denen sich Mühlbacher Gedanken macht um die Welt und was sich darin so abspielt. Beispielsweise hat er drei sehr gleichförmige Soldaten auf eine Leinwand gemalt und nennt das Bild »Unigeformt«. Dann stellt er einige Herren mit Mund- und Nasenschutz dar, die sich um die Weltkugel reißen; der Titel: »Die Erde ist kein Spielball«. Oder er drückt Gefühle aus: »Wut und Verzweiflung«, »Verfall«, »Langeweile«.

Das Malen, so erzählt Mühlbacher, habe ihm schon als Kind Spaß gemacht. In der Schule seien seine Bilder gern ganz oben aufgehängt worden, sagt er mit einem Schmunzeln. Und diese Freude an Formen und Farben ist ihm sein Leben lang nicht verloren gegangen. Nach seiner Volksschulzeit in St. Leonhard und nach einigen Jahren an der Realschule hat er sich für den Malerberuf entschieden, war ab 1972 vier Jahrzehnte lang bei der Firma Epple tätig und hat dort und bei den Kunden einen guten Ruf genossen, was beispielsweise die Auswahl von Farben anbetrifft.

Für seine Kunstwerke braucht ein kein riesiges, lichtdurchflutetes Atelier. Er ist mit einem relativ kleinen Kämmerchen in seinem Haus zufrieden, das nur ein Fenster hat – und das noch dazu nach Norden. Das gebe ihm ein gleichmäßiges Licht, bei dem er bestens malen könne, sagt er. Gemalt wird ausschließlich in Öl, besonderer Effekte willen benutzt er auch die Technik des Spachtelns. Interessant ist, dass Mühlbacher wirklich ein Autodidakt ist, wie man ihn nicht alle Tage findet. Er hat sich alles selber beigebracht: »Nicht einen einzigen Kurs« habe er besucht, erzählt er.

Seine Bilder zeigen Szenen aus Afrika, aus der Sinai-Wüste, aus Venedig, aus der Karibik, der Antarktis und anderen Ecken dieser Welt. Überall dort war er aber noch gar nicht. Vielmehr malt er seine Bilder aus Vorlagen. Etliche Male, allerdings schon länger zurückliegend, hatte er Werke von sich auch ausgestellt. Zuletzt hat er – bei überraschend großem Publikumsinteresse – beim »Landherbst« in St. Leonhard seine Werke in seinem Ausstellungsraum im ehemaligen Stall seines Anwesens gezeigt. he

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