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Neustart beim HSV mit van der Vaart

Hamburg (dpa)- Beim Hamburger SV beginnt eine neue Zeitrechnung. Gezählt wird künftig nach dem Rafaelianischen Kalender. Stunde null schlägt am Sonntag um 17.30 Uhr im Spiel bei Eintracht Frankfurt.

Hohe Erwartungen
Trainer Thorsten Fink (r) setzt ganz auf die Fähigkeiten von Rafael van der Vaart. Foto: Marcus Brandt Foto: dpa

Dann läuft der als Heilsbringer gefeierte Rafael van der Vaart in seiner ersten Bundesliga-Partie seit vier Jahren wieder für den HSV auf. Da interessieren die zehn anderen Profis an seiner Seite nur am Rande. Van der Vaart ist schließlich als Retter eingekauft worden. Für 13 Millionen Euro auf Pump. Aber wenn der «kleine Engel» Tore vorbereitet und selbst welche schießt, wer fragt dann schon nach schnödem Mammon. «Es wird Zeit, dass es losgeht», sagt van der Vaart.

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Die Ausgangslage: Ohne van der Vaart gab es für den HSV in der Bundesliga bisher null Punkte und null Tore. Mit van der Vaart, so die feste Überzeugung der Fans, beginnt der Vormarsch des Rauten-Clubs ins Mittelfeld der Eliteliga. «Er kann die anderen mitreißen, ihnen Druck nehmen», erklärt Trainer Thorsten Fink. Der Gepriesene, dem eine unglaubliche Last auf die nicht allzu breiten Schultern geladen worden ist, hat vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Er sei schließlich nicht Supermann. Nicht mal Messi oder Ronaldo. «Nur gemeinsam sind wir stark», sagt van der Vaart und beteuert: «Ohne die Unterstützung der Kollegen geht nichts.»

Fink, seit den jüngsten Testspielen mit seinem neuen Spiellenker irgendwie entspannter wirkend, ist sich sicher: «Jetzt kann keiner mehr sagen, dass wir nicht die Qualität haben, Spiele zu gewinnen.» Bei der Konkurrenz ist die Rückholaktion nicht grundsätzlich auf Gegenliebe gestoßen. Für Eintracht Frankfurts Vorsitzenden Heribert Bruchhagen ist das «möglicherweise kein fairer Wettbewerb». Schließlich habe der HSV finanzielle Probleme, gebe aber mehr als 20 Millionen Euro für neue Spieler aus. Soll heißen: Andere haben auch kein Geld, wirtschaften aber seriös.

Qualitätszuwachs erhofft sich der HSV nicht nur von van der Vaart. Hinter dem 29-jährigen Niederländer sollen Milan Badelj (Dinamo Zagreb/3,5 Millionen Euro) und Petr Jiracek (VfL Wolfsburg/4 Millionen Euro) für Stabilität und Linie sorgen. Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh hat flugs ausgerechnet, dass allein das HSV-Trio so teuer wie sein ganzer Kader sei. Vehs Logik: «Dann sind die Favorit.»

Obwohl der Lärm um van der Vaart vielleicht der lauteste ist, stehen die neuen Fußball-Künstler der HSV-Konkurrenten ebenso im Fokus. Bei den Bayern warten die Fans auf den ersten Vollzeit-Einsatz von 40-Millionen-Euro-Mann Javi Martínez. Läppische 13 Minuten hat er bislang Bundesliga-Luft geschnuppert. Steht der Spanier in der Startelf und darf mit Bastian Schweinsteiger das Traumpaar im defensiven Mittelfeld bilden? Auch Schalkes Barcelona-Leihgabe Ibrahim Afellay will endlich zaubern. Wie das geht, hat er beim jüngsten Test gegen den Oberligisten TuS Erndtebrück bewiesen. Von sechs Schalke-Toren erzielte er drei.

Aufsteiger Fürth baut ausgerechnet gegen Schalke auf den von den Gelsenkirchenern ausgeliehenen Edu. Ob Trainer Markus Babbel von 1899 Hoffenheim seinen sechs Millionen Euro teuren Stürmer Joselu von Real Madrid gegen den SC Freiburg von der Bank lässt, ist ungewiss. Bei Mainz 05 fällt die Besetzungsproblematik eindeutiger aus: Keine Bundesliga-Rückkehr von Ivan Klasnic wegen einer Zerrung.