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Große Herausforderungen: Ortsentwicklung Schwerpunkt im Bericht von Bürgermeister Thomas Weber

Neuer Bahnhaltepunkt rückt in Richtung Zentrum

Bischofswiesen – Die Gemeinde Bischofswiesen steht vor großen Herausforderungen, vor allem in puncto Ortsentwicklung. Das wurde auch am Donnerstag auf der Bürgerversammlung im »Brenner Bräu« deutlich. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Ausführungen von Bürgermeister Thomas Weber, der die Schaffung eines neuen Bahnhaltepunktes auf Höhe des Ortszentrums besonders herausstellte.

Die alte Weibhauser-Halle wird derzeit abgetragen und von der Gemeinde weiterveräußert. Hier soll in den nächsten Jahren ein neuer Bahnhaltepunkt entstehen. (Foto: Wechslinger)

Wie sehr das Thema Bahnhof beziehungsweise Haltepunkt den Bischofswiesern auf den Nägeln brennt, spürte man auch in der anschließenden Diskussion. Da ging es um das marode, in privater Hand befindliche Bahnhofsgebäude und um den immer noch nicht ausgeleuchteten Fußweg in Richtung Ortszentrum, der für Bahnreisende nachts gefährlich ist, wie zwei Bürger sagten. Alle Lösungsversuche sind nach den Worten von Bürgermeister Thomas Weber bislang gescheitert, weil es sich teilweise um Privatgelände handelt.

Die schlimme Situation sollte sich aber schnell zum Positiven ändern, wenn der Bahnhaltepunkt weiter in Richtung Süden auf Höhe des Ortszentrums verlegt wird. Die Gemeinde habe, so der Bürgermeister, die ehemalige Weibhauser-Halle angekauft. Das Gebäude selbst werde abgebaut und verkauft. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn soll hier ein Bahnhaltepunkt mit überdachtem Bahnsteig und einer Unterführung entstehen. »Die Halle hat noch nie an diesen Standort gepasst. Zusammen mit unserem Städteplaner haben wir uns deshalb dazu entschossen, dass sie wegkommt«, sagte Weber. Außerdem soll die daneben befindliche Gastronomie durch den Eigentümer belebt werden. Da sei es auch von Vorteil, wenn die Sichtachse wieder frei ist, sagte Weber.

Ansonsten laufe für die Entwicklung des Gemeindezentrums derzeit der Ideen- und Realisierungswettbewerb, sagte Thomas Weber. Man wolle die Unterlagen bis Januar 2016 verteilen und erwarte bis etwa Mai erste Ergebnisse für das künftige Ortszentrum mit dem Rathaus. Dazu arbeite man derzeit an einem Ideenteil, in dem es um die Peripherie geht. Dazu soll es auch noch einen Workshop geben.

Bürgermeister wünscht sich Ringbuslinie

In seiner Vorschau erwähnte Bürgermeister Thomas Weber auch das von ihm vorangetriebene Rufbussystem. Nach wie vor wünscht sich der Rathauschef darüber hinaus eine künftige Ringbuslinie vom Bischofswieser Bahnhof über Loipl, das Hochschwarzeck, Ramsau, Engedey, Strub und zurück nach Bischofswiesen. »Ich bin überzeugt, dass das eine wertvolle Ergänzung wäre«, sagte Weber.

Guter Dinge ist der Rathauschef auch, was die Hotelbauprojekte beim Hotel »Geiger« und der Kurklinik Stanggaß betrifft. »Das Projekt läuft, derzeit wird an einem städtebaulichen Vertrag gearbeitet. Es geht von Jurist zu Jurist«, so Thomas Weber. Zwar laufe alles etwas zäh, aber hier müsse man eben Geduld aufbringen.

Für den Breitbandausbau laufe derzeit das Bieterverfahren, sagte Bürgermeister Weber. Bis Februar sollten die Angebote vorliegen, dann könne man vielleicht schon im März entscheiden, wer den Auftrag für den Ausbau bekommt. Beseitigt werden sollen die »weißen Flecken« auf der Breitbandkarte der Gemeinde, also Loipl, das Pfaffenfeld, Winkl-Land und in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Berchtesgaden der Bereich Etzerschlössl. Den Bereich Stanggaß baue die Deutsche Telekom selbst aus. Die Kosten für die Gemeinde werden bei rund 300  000 Euro liegen.

Vorzeigeprojekt Bolzplatz Engedey

Für wichtig hält Thomas Weber auch die Ausweisung des Gewerbegebiets Pfaffenfeld II. Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Bebauungsplan im März nächsten Jahres rechtsverbindlich abgeschlossen werden könnte und im Frühjahr bereits die Erschließung in Angriff genommen werden könnte. Dann wäre die Ansiedlung der ersten Betriebe bereits am Sommer oder Herbst 2017 möglich. »Wir werden die Grundstücke aber ganz behutsam vergeben und uns dabei nicht drängen lassen«, kündigte Weber an.

Einen Schwerpunkt im Rückblick des Bürgermeisters nahm die Sanierung des Bolzplatzes Engedey ein. Man legte einen Rasenplatz an, baute einen Zaun und regelte die Abwasserbeseitigung sowie die Parkplatzzufahrt. Und am Ende fielen trotz des großen Aufwands nur 21 000 Euro an. Warum? »Weil die Engedeyer fleißig mitgearbeitet und vieles in Eigenleistung gemacht haben«, so der Bürgermeister. Der freute sich über das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger auch in anderen Bereichen, zum Beispiel bei der Sanierung von Wanderwegen.

Straßenausbau an der Uhlmühle

Nur wenige Wortmeldungen gab es im Rahmen der Bürgerdiskussion. Da ging es um die Schließung des Bahnübergangs Hohlgraben, weil die Bahn hier eine Langsamfahrstrecke abbaut, und um die Nachbarbeteiligung beim »Geiger«-Projekt. Bürgermeister Thomas Weber erklärte, dass zunächst der Bereich Kurklinik realisiert werden solle, in einem Jahr Abstand dann das Hotel »Geiger«. Der Investorenvertreter René Wilms stehe aber jederzeit für Fragen zur Verfügung.

Ein Anwohner im Bereich Erlenweg/Uhlmühlweg erkundigte sich über die geplanten Verlegungsarbeiten von Wasserleitungen und Kanal. »Soll da auch eine Gasleitung hinein oder reißt man immer wieder neu auf?«, so der Anwohner. Im Bereich Uhlmühlweg laufen laut Bürgermeister Weber derzeit die Planungen für die Verlegung von Kanal und Wasserleitung. Man werde auch die anderen Spartenträger für Breitband, Strom und Gas informieren und werde deren Wünsche berücksichtigen. Nach den Rohrbrüchen habe sich das Projekt verzögert, weil es an der Uhlmühle einen Aufschrei wegen etwaiger Straßenausbaubeiträge gegeben habe. »Wir haben nun eine sehr gute Planung, wodurch die Belastung der Bürger extrem gering gehalten werden kann«, sagte Weber.

Kritik gab es in der Diskussion daran, dass teilweise drei Wochen lang die gelben Säcke für jeden sichtbar herumlägen. Außerdem, so ein Anwohner, werde auf der Loipler Straße immer noch zu schnell gefahren. Hier seien weitere Geschwindigkeitsmessungen erforderlich. »Es soll auf der Loipler Straße zu weiteren Kontrollen kommen. Wir sind dran, aber wir können uns halt nicht nur auf die Loipler Straße konzentrieren, sondern es geht auch um den Verkehr vor den Schulen und Kindergärten«, sagte Thomas Weber. Ulli Kastner