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Neue Skulptur auf der Prienbrücke ruft zur »Auszeit« auf

Die vielen Radfahrer, Fußgänger und Jogger auf dem Chiemseerundweg von Prien nach Rimsting staunten nicht schlecht, als ihnen seit wenigen Tagen auf der Prienbrücke der Strandanlage Rimsting eine riesige Skulptur entgegenschaute. Es ist das Kunstwerk des Bildhauers Andreas Kuhnlein aus Unterwössen und wurde von der Gemeinde Rimsting in Auftrag gegeben.

Unser Bild entstand bei der Enthüllung der Skulptur von Andreas Kuhnlein (links), rechts ist Rimstings Bürgermeister Josef Mayer zu sehen. (Foto: Thümmler )

In Anwesenheit des Gemeinderates und zahlreicher Ehrengäste enthüllten Bürgermeister Josef Mayer und Kuhnlein die Skulptur, vom Künstler auch »Auszeit« genannt, auf der Prienbrücke. Aus Eiche gestaltet, drei Meter hoch und 15 Zentner schwer, stellt sie ein nicht zu übersehendes Kunstwerk auf der neuen Brücke dar, die im Jahre 2011 als Ersatz der bestehenden schmäleren Verbindung neu gebaut wurde.

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In einem kleinen Festakt erinnerte der Bürgermeister daran, dass die Gemeinde das Kunstwerk über das Leader-Projekt« »Chiemsseart« erworben habe. Mit der Bezeichnung »Auszeit« möchte der Künstler die Tatsache verbinden, dass der heutige moderne und freiheitsliebende Mensch trotzdem vielen Zwängen unterworfen sei. Eine kurze Zeit des Innehaltens und Stehenbleibens, um beispielsweise auf der Brücke die Skulptur oder die herrliche Chiemseelandschaft zu betrachten, tue Körper und Seele gut, meinte der Künstler.

Kuhnlein, der auch als Schöpfer des »Zerklüfteten« bekannt wurde, wollte mit dieser Gestaltung ferner an die Zerbrechlichkeit, Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des Menschen erinnern. So seien diese mit der Kettensäge gestalteten zerklüfteten Oberflächen der Skulptur auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, erklärte Kuhnlein, der auch Träger des oberbayerischen Kulturpreises ist und dessen Skulpturen in der ganzen Welt zu sehen sind.

Bürgermeister Mayer erwähnte noch, dass sich der Gemeinderat mit der Aufstellung eines Kunstwerke im Rahmen des Leader-Projektes »Chiemseeart« schwer getan habe. Nach der Ablehnung eines sogenannten Findlings-Steines mit einer englischen Aufschrift wurde auch ein neuer Gestaltungsvorschlag, ein quadratischer Würfel mit Schriftzug, über den dann die Natur wachsen solle, ebenfalls im Westenbachtal, mit großer Mehrheit verworfen.

Auf Anregung des Gemeinderates und der Idee von Gemeinderat Johann Nußbaum kam dann der Vorschlag, auf der Prienbrücke eine Skulptur aufzustellen und den einheimischen Künstler Kuhnlein damit zu beauftragen.

Wie berichtet soll jede Leader-Mitgliedsgemeinde im Rahmen des Projektes »Chiemseeart« ein Kunstwerk erhalten. Sie selbst muss 3000 Euro dafür schultern. Der darüber hinausgehende Betrag wird von Leader übernommen. th.