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Neue Reize und Altbekanntes: Abstiegs-Dreikampf

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Eintracht
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Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht reist mit seinem Team einen Tag eher nach Hoffenheim. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Braunschweig (dpa) - Kurz vor dem Zitterfinale will sich Eintracht Braunschweig mit neuen Trainingsreizen entscheidende Vorteile im Abstiegs-Dreikampf verschaffen.


Während die Konkurrenz in Hamburg und Nürnberg bis Freitag in gewohnter Umgebung trainieren wird, reist der niedersächsische Fußball-Bundesligist schon am Donnerstag ins baden-württembergische Bad Schönborn. Dort will die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht die letzten Kräfte sammeln.

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»Das ist eine spezielle Woche für uns, weil die Jungs wissen, dass jetzt ein Finale ansteht. Da ist es wichtig, die richtige Balance in Trainingsarbeit und Ansprache zu finden«, betonte Lieberknecht. Er entschied, vor der Samstagspartie bei der TSG Hoffenheim einen Tag eher anzureisen.

Der HSV bleibt hingegen bis Freitag daheim und setzt auf die Unterstützung seiner Fans bei den Trainingseinheiten vor dem eigenen Stadion. Denn der Club hat schlechte Erfahrungen gemacht. »Vor dem Augsburg-Spiel haben wir ein Trainingslager bezogen, das Resultat ist bekannt«, sagte Sportchef Oliver Kreuzer. In Augsburg hatten die Hamburger mit 1:3 verloren.

Für die richtige Motivation soll bei den Norddeutschen nicht nur Trainer Mirko Slomka sorgen, sondern auch Bürgermeister Olaf Scholz. Er wird den HSV als Glücksbringer zum Saisonfinale in Mainz begleiten. »Der HSV und Hamburg sind eng miteinander verbunden - und das wird auch so bleiben. Alle zittern mit dem HSV, ich auch«, gestand das Stadtoberhaupt.

Der HSV gehört als einziger Club seit 51 Jahren ununterbrochen der Bundesliga an und muss am Samstag zunächst den Relegationsplatz verteidigen, wenn dies so bleiben soll. »Zum Glück haben wir alles in der eigenen Hand«, sagte Kapitän Rafael van der Vaart.

Auch die Nürnberger würden die Saison gerne auf dem 16. Platz abschließen. Vor den letzten 90 Saisonminuten ist das Wörtchen »Wunder« in Franken zur Floskel verkommen. Anders beschreiben könnten die Verantwortlichen des Clubs ihr verbliebenes bisschen Hoffnung auch kaum. »Dass wir mit 26 Punkten überhaupt noch am Leben sind, hätte ich nie gedacht. Wenn du so schlecht dastehst und trotzdem noch eine Möglichkeit hast, dann musst du sie auch nehmen«, urteilte Verteidiger Per Nilsson.

Es käme einer kleinen Sensation gleich, wenn der Club seinen achten Abstieg aus der Eliteklasse am letzten Spieltag noch verhindern könnte. Ein Sieg beim Champions-League-Aspiranten Schalke 04 würde den Relegationsplatz nur sichern, wenn zeitgleich der HSV patzt.

Zumindest über eine gute Nachricht durfte sich Trainer Roger Prinzen am Mittwoch freuen: Stürmer Josip Drmic, mit 16 Treffern Nürnbergs einziger Spieler mit Torjägerqualitäten, konnte trotz seiner Sprunggelenksbeschwerden wieder trainieren. Am Vortag hatte er noch aussetzen müssen.

Eine noch größere Sensation wäre ein Klassenverbleib der Braunschweiger. Als Tabellenletzter müssen die Niedersachsen nicht nur gewinnen, sondern zugleich auf Punktverluste von Nürnberg und Hamburg hoffen. »Eigentlich spricht nichts für uns. Trotzdem haben wir den Glauben«, betonte Lieberknecht.

Bericht auf HSV-Seite

Infos auf Nürnberg-Seite