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Narrenjubiläum: 5 x 11 = 55

Berchtesgaden - Für alle Närrinnen und Narren spielt die Zahl 55 eine besondere Rolle, weil sie so schön durch die Narrenzahl 11 teilbar ist. Die Faschingsgilde Berchtesgaden nimmt diese Besonderheit zum Anlass, ihr 55-jähriges Bestehen mit einer Festschrift zu begehen. Das 130-seitige, reich bebilderte und beim »Berchtesgadener Anzeiger« gedruckte Werk ist eine Rückschau auf 55 Jahre humorvollen Treibens im Berchtesgadener Land und darüber hinaus.

Zum alljährlichen Programm der Berchtesgadener Faschingsgilde gehört auch der Besuch in der Redaktion des »Berchtesgadener Anzeigers«. Anzeiger-Foto

»Mein Herz schlägt für BGD-Juchhe«, singt ein bunter Schmetterling, der einst als Motiv für den Faschingsorden herhalten musste, auf dem Buchcover. Dass der Slogan der Gilde heute im gesamten Berchtesgadener Land ein Begriff ist, verdankt man einer relativ kleinen, aber umso engagierteren Schar von Faschingsfreunden, die die Gilde über Jahrzehnte hinweg am Leben erhalten haben.

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Wie viel Einsatz das närrische Treiben jedes Jahr erfordert, ist der Festschrift zu entnehmen, die erst einmal auf den 24. Februar 1958 zurückblickt, als die Gilde im Weinhaus »Hofschaffer« von einer »kleinen, großen Schar« närrischer Männer aus der Taufe gehoben wurde.

Natürlich waren es faschingsgemäß elf Freunde, die für diese außergewöhnliche Geburt verantwortlich waren. Das einzige noch immer aktive Ehrengründungsmitglied, Senatspräsident Ludwig Schröer, feiert 2013 seine 55-jährige Mitgliedschaft.

Am 10. Januar 1959 traf man sich in den Bahnhofsgaststätten Berchtesgaden zum ersten Inthronisationsball der Berchtesgadener Faschingsgilde. Das erste Prinzenpaar - Wolfgang Kortenacker und Christa Gnadl/verheiratete Grassl - regierte unter Mitwirkung von zehn feschen Gardemädchen.

Über zwei Jahrzehnte stand das Präsidium der Faschingsgilde unter der bewährten Leitung des Mitbegründers und Ehrenpräsidenten Hermann Reichlmeier. Für vier Jahre bekleidete dann Jo Sekula das Amt des Präsidenten, ehe Dr. Hans Gugg das Ruder übernahm.

Bei der Hauptversammlung 1996 übergab er das Zepter an seine Vizepräsidentin Karin Schröer. Sie war zu diesem Zeitpunkt eine der ersten Frauen im bayerischen Faschingsgeschehen, die in das Präsidentenamt gewählt wurden. Mit einer kurzen Unterbrechung leitet sie bis heute die Geschicke der Gilde. Federführend war sie auch für die Erstellung der umfangreichen Festschrift zuständig.

Die Aktivitäten der Faschingsgilde Berchtesgaden beschränkten sich nie auf den Berchtesgadener Talkessel. Immer richtete man den närrischen Blick auch zu den Faschingsfreunden im Salzburger Land, in Köln, Wuppertal, München, Traunstein oder Freilassing. Die Reisefreudigkeit der Berchtesgadener Gildenmitglieder war damals bereits sehr groß - und sie ist es heute noch. So ist es noch nicht lange her, dass einige Berchtesgadener beim Faschingswecken in Kanada dabei waren.

Als Fazit des 55-jährigen Wirkens der Berchtesgadener Gilde hält Präsidentin Karin Schröer fest: »Die Berchtesgadener Faschingsgilde hat Höhen und Tiefen wie jeder Verein durchlebt und gut überstanden. Sie war und ist aber immer bemüht, ihr Bestes zu geben und damit ihren jährlichen Beitrag zur fünften Jahreszeit zu leisten.«

Dass das Engagement heute wie damals ungebremst ist, beweisen die Vorbereitungen für den großen Jubiläumshofball am Freitag, 18. Januar, im Großen Saal des Kongresshauses Berchtesgaden. Graf Peter I. und Gräfin Maria I. erwarten zahlreiche Gilden und Showtanzgruppen und freuen sich auf ein rasantes Tanz- und Unterhaltungsprogramm.

Karten dafür gibt es bereits im Kongresshaus unter Telefon 08652/9445300. UK