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Nach TV-Fahndung: Kinderschänder stellt sich selbst der Polizei

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Ein mutmaßlicher Kinderschänder hat sich nach einem Fahndungsaufruf in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» in Berlin der Polizei gestellt.

Fahndungsfoto
Es ist das letzte Mittel der Fahnder: der Gang an die Öffentlichkeit. So ist ein weiterer Kinderschänder entlarvt worden, doch noch ist der Mann auf der Flucht. Foto: Bundeskriminalamt Foto: dpa

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Donnerstag weiter mitteilte, soll der 34-jährige Berliner in der Zeit von 2005 bis 2008 den damals 11 bis 13 Jahre alten Sohn seiner ehemaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben. Anschließend habe er Videos der Tat im Internet veröffentlicht.

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«Der 34-Jährige wurde vorläufig festgenommen. Diesen Freitag wird er in Berlin dem Haftrichter vorgeführt», sagte der Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Nach dem Mann war am Mittwochabend in der TV-Sendung «Aktenzeichen XY ... ungelöst» gefahndet worden. Kurz nachdem das ZDF Ausschnitte des Materials gezeigt hatte, gingen bei den Ermittlern Hinweise auf den Mann ein. Die Fahnder waren an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie eine Gefahr sahen, dass der Junge immer noch sexuell missbraucht wird. Andere Ermittlungsmethoden hatten nicht zum Erfolg geführt. Unter dem Fahndungsdruck stellte sich der Mann am Donnerstag.

Nach Angaben der ZDF-Sendung hat die Öffentlichkeitsfahndung schon in mehreren Fällen bei der Suche nach mutmaßlichen Kinderschändern geholfen. Beim BKA gibt es aber auch Fälle, in denen der Täter nicht identifiziert werden konnte. Für Ermittlungen gegen Computerkriminalität und damit auch gegen Kinderpornografie im Internet ist die hessische Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt bundesweit zuständig.