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Nach Pfiffen: Ronaldo will Lächeln zurückgewinnen

Madrid (dpa) - Die Pfiffe im Bernabéu-Stadion haben Cristiano Ronaldo zutiefst verärgert. Im Champions-League-Spiel gegen Borussia Dortmund will der Torjäger von Real Madrid nicht nur Revanche für das Aus gegen den BVB in der vorigen Saison nehmen, sondern auch sein Lächeln zurückgewinnen.

Angriffslustig
Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo hatte beim Training eine Menge Spaß. Foto: Juan Carlos Hidalgo Foto: dpa

Der Weltfußballer hat in seinem 100. Spiel im europäischen Elite-Wettbewerb am Mittwoch auch einen neuen Rekord im Visier. Dem Portugiesen fehlt nur ein Treffer, um die Bestleistung von 14 Toren in einer Champions-League-Saison einzustellen. Bisher teilen sich Lionel Messi (Saison 2011/12), Ruud van Nistelrooy (2002/03) und José Altafini (1962/63) den Rekord.

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«Dass man Cristiano auspfeift, kann ich nicht nachvollziehen», sagte Trainer Carlo Ancelotti. Die Real-Fans hatten es dem Torjäger am Samstag beim 5:0-Sieg der Madrilenen gegen Rayo Vallecano übelgenommen, dass er nicht den Nachwuchsstürmer Alvaro Morata angespielt, sondern es auf eigene Faust versucht hatte.

Missfallensäußerungen machen dem Star zu schaffen, denn CR7 will immer der Beste und der Erfolgreichste sein. Dies scheinen auch die Real-Anhänger zu ahnen. Der Verband der Real-Fanclubs schrieb daher Ronaldo vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen den BVB einen offenen Brief und beteuerte: «Wir werden immer bedingungslos an Deiner Seite stehen. Du repräsentierst die heiligen Werte von Real Madrid.»

Die Pfiffe gegen Ronaldo bezogen sich nur auf eine Szene, aber sie zeigen, dass bei Real sich Nervosität ausgebreitet hat. Die Königlichen haben es noch nicht verwunden, dass ihre Titelchancen in der spanischen Liga nach dem 3:4 im Clásico gegen den FC Barcelona und dem 1:2 beim FC Sevilla drastisch geschrumpft sind.

Gegen den BVB steht Real unter Erfolgszwang. Der Gewinn von «La Décima», dem zehnten Europacupsieg, ist für Ancelotti fast schon zur Pflicht geworden, wenn er zum Saisonende nicht vor einem Scherbenhaufen stehen will. «Es ist ein Traum, mit Real die Champions League zu gewinnen», sagte der Coach dem italienischen TV-Sender RAI. «Aber auch die spanische Meisterschaft gehört noch zu unseren Zielen, auch wenn wir nur auf dem 3. Platz stehen.»

Wie groß die Nervosität ist, lässt sich daran ablesen, dass bei Real ein neuer Streit darüber ausgebrochen ist, ob Diego López oder Iker Casillas im Tor stehen soll. Ancelotti hält an seiner salomonischen Regelung fest, dass Diego López in der Liga und Casillas im Pokal und in der Champions League spielt. Sorgen bereitet den Madrilenen auch ihr Mittelfeldmotor Xabi Alonso. Der Baske wirkt überspielt und scheint dringend eine Pause nötig zu haben.