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»Muttertags-Bonus« von Brahms

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Die Münchner Symphoniker boten den Zuhörern im Traunreuter k1 mit Musik aus der Klassik und der Romantik ein besonderes Konzert zum Muttertag. (Foto: Benekam)

Ein besonderes Muttertags-Bonbon hatten die Münchner Symphoniker unter der Leitung von Elisabeth Fuchs den vorwiegend weiblichen Konzertbesuchern im Traunreuter k1-Saal geboten: Sie hatten ein attraktives und zugleich anspruchsvolles Programm mit Werken der Klassik und der Romantik zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ. Mit der Ouvertüre der 1821 in Berlin uraufgeführten, romantischen Oper »Der Freischütz« von Carl Maria von Weber war das Konzert mehr als feierlich eröffnet.


Kraftvoll und mit einem Höchstmaß an Homogenität bildeten die Münchner Symphoniker vom ersten Moment an einen harmonischen Gesamtklang, dem sich die Zuhörer nicht entziehen konnten. Im gemeinsamen Fluss und mit leidenschaftlicher Virtuosität visierte das Orchester sein oberstes Ziel an: Sich und damit auch seinen Zuhörern Freude zu machen – und das war mit der Freischütz-Ouvertüre eine leichte Übung. In Auszügen greift Weber zentrale Elemente der Opernhandlung auf, erzeugt ambivalente Stimmungen des Wald- und Geisterdramas, wie Klänge des Dunkeln und des Lichts, und lässt Handlungsschauplätze atmosphärisch lebendig werden.

Im Anschluss kam das Violoncello-Konzert in a-Moll op. 33 des französischen Komponisten Camille Saint-Saens zu Gehör. Den herausfordernden Solopart am Cello meisterte die deutsch-französische Cellistin Maria Well technisch sauber mit glänzendem Ton und machte somit das Werk zu einem Klangerlebnis der Superlative. Dem hohen technischen Schwierigkeitsgrad dieses Werkes begegnete sie mit einem Strahlen. Die Expressivität, mit der Maria Well Saint-Saens Cello-Konzert ausgestaltete, ließ den Zuhörer aufseufzen und geleitete ihn dann in intensive Gefühlswelten – einfach grandios, auch im immer stimmigen Zusammenwirken mit dem aufmerksamen Orchester.

Nach dem beeindruckenden Auftritt und entsprechend kräftigem Applaus gab es sogar noch eine Zugabe: einen irischen Tanz. Der sei, erklärte Maria Well, ursprünglich für Violine komponiert, lasse sich aber auch am Cello bewältigen. In einem virtuosen Klanggewitter stellte sie sogleich ihre Behauptung unter Beweis.

Der zweite Konzertteil war komplett mit der Serenade in D-Dur op. 11 von Johannes Brahms ausgefüllt. Elisabeth Fuchs dirigierte das Werk mit großer Sorgfalt und Ausdrucksintensität und führte so die Münchner Symphoniker auch in den virtuosen Passagen der Serenade in ein klar konturiertes Klangbild, das die begeisterten Zuhörer bis zur letzten Note fesselte und begeisterte. Dirigentin und Orchester ließen das Publikum die große Hinwendung zu diesem Werk spüren: ein »Muttertags-Bonus« von Brahms.

Für den euphorischen Applaus wurden die Zuhörer noch mit dem Ungarischen Tanz Nr. 7 von Brahms belohnt. Kirsten Benekam