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Musikalisch-romantische Traumreisen

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Thomas Gould (von links), Razvan Popovici, Diana Ketler, Bernhard Hedenborg und Davide Vittone begeisterten in Seeon mit Williams Klavierquintett in c-Moll. (Foto: Benekam)

Zum Ende des »Chiemgauer Musikfrühlings« nutzten noch einmal zahlreiche Liebhaber der Klassischen Musik das umfassend große und abwechslungsreiche Konzertangebot. Mit Werken von Händel, Ralph Vaughan Williams, Edward Elgar und Frank Bridge setzte die Konzertreihe mit hochwertigen Solisten aus aller Welt noch einmal Akzente und musikalische Höhepunkte. Das vorletzte Konzert im gut besuchten Festsaal des Klosters Seeon fand als Matinee unter dem Motto »Chanson de Matin« statt.


Georg Friedrich Händels Violinsonate in A-Dur erinnert, wie der britische Violinen-Virtuose Thomas Gould eingangs in englischer Sprache erklärte, an eine musikalische Romanze zwischen Violine und Klavier. Inspiration für Händels weltbekanntes und viel gespieltes Werk war ein melancholisches Gedicht, das Grundlage und Thema für die sehr gelungene Vertonung lieferte. Während eines kurzen Klavier-Zwischenspiels stellte Gould seinen Notenständer zur Seite und bewältigte die Sonate mit geschlossenen Augen. Mit unvorstellbarer Sensibilität und Gefühlstiefe tauchte er zusammen mit Diana Ketler in Händels musikalische Romanze ein, bewältigte hoch anspruchsvolle Passagen harmonisch und in fabelhafter Weise. Weder für die ausgezeichneten Solisten noch für die restlos begeisterten Zuhörer war es ein Leichtes, aus dieser musikalisch-romantischen Traumreise aufzuwachen.

Drei Studien nach englischen Volksliedern von Ralph Vaughan Williams, bravourös von Bernhard Hedenborg am Violoncello und Diana Ketler am Klavier dargeboten, sorgten mit unbefangener Melodik wieder für Bodenhaftung. Weiter ging es mit Edward Elgars »Salut d’ Amour« in perfektem und berührendem Vorspiel mit Razvan Popovici an der Bratsche und Diana Ketler am Klavier. Wiederum passend zur Jahreszeit und somit zum Musikfrühling kam ein weiteres Werk des britischen Komponisten Williams bestens an. »Lark ascending«, zu Deutsch »Das Aufsteigen einer Lerche in den Himmel«, entstand aus der Inspiration eines Gedichtes und zeigt die impressionistische Seite des Komponisten. Der erst 20-jährige, rumänische Cellist Andrei Ionita spielte mit vollem Körpereinsatz und größter Leidenschaft in perfektem Einklang mit der ebenso erstklassigen Pianistin Diana Ketler. Mehr geht nicht, fanden auch die Zuhörer, die mit ausgiebigem Applaus und Bravorufen ihre Begeisterung ausdrückten.

Bei der »Elegie für Violoncello und Klavier« kam noch einmal Bernhard Hedenborg zum Einsatz und stellte sein Können als Cellist unter Beweis. Letzter Programmpunkt und wieder ein Höhepunkt war das Klavierquintett in c-Moll von Ralph Vaughan Williams. Entsprechend der üblichen Standardbesetzung kommen zum Klavier vier Streicher hinzu. Gould, Hedenborg, Popovici und Davide Vittone am Kontrabass feierten Williams Werk aus der Frühphase seines Schaffens mit spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren. Diana Ketler überzeugte und beeindruckte während des gesamten Konzerts, welches nach dem letzten Stück mit kräftigem, lang anhaltendem Applaus scheinbar viel zu früh endete. Kirsten Benekam

Der umstrittene russische Dirigent Waleri Gergijew (62) hat nach Angaben des Kulturministeriums in Moskau 2014 umgerechnet 6,2 Millionen Euro eingenommen – so viel wie kein anderer Kulturschaffender des Landes. Gergijew, der im September als neuer Chefdirigent der Münchner Philharmoniker antritt, gab in seiner Vermögenserklärung Einnahmen von 340 Millionen Rubel - fast doppelt so viel wie 2013 - sowie sechs Wohnungen an.