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Musikalisch-literarische Verköstigung auf Wiener Art

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Der Entertainer Arthur Schmidtner und die hervorragenden Musiker Sigrid Gerlach-Waltenberger am Akkordeon und Wolfgang Plenk an der Gitarre. (Foto: Heel)

»Hab’s einkocht« lautet eine österreichische Redewendung, wenn ein Mann eine Frau ‘rumgekriegt hat. Hält die Sache länger an, könnte man von »gut eingmacht« sprechen, und genauso hat Arthur Schmidtner sein neues Programm benannt, das er jetzt in der voll besetzten Zieglerwirtsstube des Traunsteiner Heimathauses präsentierte.


Den Zuhörern wurde eine wohltemperierte Melange aus Wienerliedern und Wiener Impressionen, verknüpft mit kabarettistischen Einlagen, charmant und pfiffig dargeboten. Begleitet wurde Schmidtner dabei von Sigrid Gerlach-Waltenberger am Akkordeon und Wolfgang Plenk an der Gitarre, zwei hervorragende Musiker, die Schmidtners Vortragskunst perfekt ergänzten und so flott, beschwingt und weinselig entspannt spielten, dass man meinen konnte, in Grinzing beim Heurigen zu sitzen.

Mit »Steh grod« von Wolfgang Ambros eröffnete Schmidtner seinen Auftritt, einem Lied, dem noch ein gutes Dutzend weitere folgten, darunter einige Klassiker des Wienerlieds wie »Wenn der Herrgott net will«, »Der Tod, das muss ein Wiener sein« und »Ich muss im früheren Leben eine Reblaus gewesen sein«. Zwischendurch erzählte Schmidtner von Wiener Eigenheiten wie dem so genannten Tröpferlbad, dessen Name daher rührte, dass infolge des vornehmlich am Samstag erfolgten Besucherandrangs das Wasser nur noch spärlich aus der Leitung kam. Bei alldem erwies sich Schmidtner als ein recht vielseitiger Entertainer, der nicht nur als Sänger zu überzeugen vermochte, sondern auch anregend erzählen konnte. Ungewöhnlich und sehr schade war nur, dass er zu keinem der rezitierten (Lied)Texte Angaben zum Autor machte. Ansonsten war alles »gut ein- gmacht« in der gemütlichen Atmosphäre der Wirtsstube. Wolfgang Schweiger