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Musikalisches Erbe würdig genutzt

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Die »Lehrer-Musi« mit Sabine Weiskirchner, Stefanie Menter, Sigi Meier, Caroline Schmid und Otto Dufter spielte im Innenhof des Sawallisch-Anwesens. (Foto: T. Eder)

Professor Wolfgang Sawallisch, der große Gönner und Förderer der Musikschule Grassau, hätte sich über das musikalische Leben, das die Grassauer Musikschullehrer in seinen Garten zauberten, sicherlich gefreut. Mit der Auflage, es musikalisch zu nutzen, hatte Sawallisch der Stiftung sein Anwesen in Grassau vererbt. Zum ersten Mal öffnete nun die Stiftung das Anwesen und lud zum Lehrerkonzert ein.


Dass sich Musikschule wie auch Stiftung ihrer Verantwortung hinsichtlich des wertvollen Erbes durchaus bewusst sind, konnten die Musikschullehrer deutlich unter Beweis stellen. Sie boten gleich zu Beginn der Veranstaltung ein Lehrerkonzert auf höchstem Niveau, anspruchsvoll und leidenschaftlich vorgetragen. Vorab betonte Musikschulleiter Wolfgang Diem, dass die Musikschule sei mit über 20 Musikern vertreten ist und sich mit dem Benefizkonzert bei den Förderern bedanken möchte.

Bereits bei den ersten Klängen im Kammermusiksaal des verstorbenen Gönners erspielten sich Sabine Weiskircher (Violine) und Elisabeth Nagl (Klavier) mit Pietro Mascagnis »Elevazione« die volle Aufmerksamkeit der über 250 Gäste und eröffneten damit das Konzert. Da der Kammermusiksaal nur 70 Gäste fasst, wurden sämtliche Türen geöffnet und so füllte sich auch der schöne Garten mit den Klängen aus dem Saal. Leise lauschten die Zuhörer dann Sabine Weiskirchner und Marlene Noichl auf der Klarinette und freuten sich über Catalina Popovicis Klavierspiel, das »Allegretto« von Franz Schubert.

Dem Komponisten Carl Baermann widmeten sich Marlene Noichl (Klarinette), Stefanie Menter (Klarinette) und Sebastian Noichl am Klavier. Die Musikschullehrer wagten sich auch an junge Komponisten und so war »Espana« von Vitaly Buyanovska von Sebastian Krause auf dem Horn zu hören. Das Gitarrenquartett mit Christine Gassner, Barbara Sprüderer, Benedikt Landenhammer und Otto Dufter präsentierte »Cuban Landscape« von Leo Brouwer.

Dem bekannten und äußerst anspruchsvollem Komponisten Sergej Rachmaninoff konnte Beatrice von Kutzschenbach auf dem Klavier mit »Elegie« gerecht werden. Und wie sich Bassposaune und Horn unterhalten, wurde bei »Conversation« von Charles Small« von Johann Schmuck (Bassposaune) und Sebastian Krause (Horn) demonstriert. Besonders viel Applaus erntete letztlich die Damenkapelle, die mit dem Walzer von Schostakowitsch begeisterte und sich mit dem »Schlittschuhläufer« von Émile Waldteufel«, wiederum einem Walzer, verabschiedeten.

Nach dem hervorragenden einstündigen Konzert im Musiksaal konnte bei wunderbarem Wetter das musikalische Fest im weitläufigen Garten weitergehen. Das Alphorntrio, versteckt unter Bäumen am Fuße des kleinen Hügels, schmetterte fein abgestimmte Töne in Richtung Musikgarten, während sich die »Lehrer-Musi« mit Sabine Weiskirchner, Stefanie Menter, Sigi Meier, Caroline Schmid und Otto Dufter im Innenhof weitere große Kompositionen spielten. Anschließend zog am Brunnen das Posaunenquartett mit Sebastian Krause, Wolfgang Diem, Rupert Kamhuber und Johann Schmuck die Zuhörer ganz in ihren Bann. Es war kaum zu glauben, wie still und aufmerksam 250 Leute sein können, wenn sie Gefallen an der dargebotenen Musik finden. Auch dem Quartett mit Andi Reichhelm, Reinhard Roller, Josef Steiner und Christoph Weinzierl blieb der verdiente Beifall nicht verwehrt.

Zu guter Letzt konnten die Veranstalter noch mit einem besonderen musikalischen Leckerbissen aufwarten: »Dr. phil & friends« spielte in einer bislang noch nie da gewesenen Besetzung. Florian Huber (Gewinner des deutschen Singer-Songwriter Preises 2013) unterhielt gemeinsam mit Xoxi Huber (E-Piano), Sabine Huber (E-Zither und sonst eher als Volksmusik- Zitherlehrerin bekannt) sowie Philip Huber (Percussion) im romantischen Innenhof. Die vielen Gäste waren begeistert, begeistert von der musikalischen Vielfältigkeit, der Qualität und auch vom Sawallisch-Anwesen mit romantischem Wald und Garten, lauschigen Plätzchen am Teich und dem akustisch ausgereiften Kammermusiksaal. Bleibt zu hoffen, dass diesem Lehrerkonzert noch viele weitere folgen werden. Tamara Eder