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Mursi unterstützt Rebellen in Syrien

Damaskus/Teheran/New York (dpa) - Die Rebellen in Syrien haben politische Rückendeckung aus Ägypten bekommen.

Mohammed Mursi
Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ruft zur Hilfe für die syrischen Rebellen auf. Foto: How Hwee Young/Archiv Foto: dpa

Der neue Präsident Mohammed Mursi sagte am Donnerstag ausgerechnet im mit dem Assad-Regime verbündeten Teheran, die Unterstützung der Revolution sei «eine moralische Pflicht sowie eine politische und strategische Notwendigkeit».

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Auch Frankreichs Präsident François Hollande und der spanische Regierungschef Mariano Rajoy reden schon über ein Syrien ohne Machthaber Baschar al-Assad. Die Vereinten Nationen sorgen sich hingegen erst einmal um die Hunderttausenden Flüchtlinge.

Mursi bezeichnete Assad als Anführer eines Unterdrückerregimes, das jede Legitimität verloren habe. Er lobte beim Gipfel der Blockfreien in Teheran eine «beeindruckende Tapferkeit» der Aufständischen und verglich den Kampf in Syrien mit der «ägyptischen Revolution» und der Auflehnung der Palästinenser gegen die israelische Besatzung.

Nach Ansicht von Frankreich und Spanien ist unter dem Assad-Regime keine Lösung des Syrien-Konflikts möglich. Ein Ausweg erfordere in jedem Fall eine Ablösung der syrischen Regierung, betonten Hollande und Rajoy in Madrid.

Nach eineinhalb Jahren der Gewalt in Syrien schlagen die Vereinten Nationen Alarm wegen der Situation der Flüchtlinge. «Wenn die Kämpfe weitergehen, wird die Zahl der Flüchtlinge unsere Möglichkeiten überschreiten», sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson im UN-Sicherheitsrat in New York. «Inzwischen brauchen schon 2,5 Millionen Menschen in Syrien unsere Hilfe. Damit hat sich die Zahl seit März verdoppelt.» Mehr als 1,2 Millionen Menschen hätten in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Moscheen Zuflucht gesucht.

«229 000 Menschen sind außerhalb Syriens als Flüchtlinge registriert und die Zahl steigt schnell», sagte Flüchtlingskommissar António Guterres. «Flüchtling zu werden ist für viele die einzige Möglichkeit, zu überleben.» Der Exodus betreffe die Gesellschaften und Wirtschaften der Gastgeberländer enorm. «Die Menschen teilen das wenige mit Fremden. Aber die soziologischen Folgen sind enorm, etwa der Druck auf die Wasserreserven in Jordanien. Wir brauchen deshalb internationale Solidarität.»

Frankreich und Großbritannien hatten die Weltgemeinschaft zuvor zu Spenden für Syrien aufgerufen. «Die Situation ist ernst und sie wird immer schlimmer», sagte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. «25 000 Menschen sind tot, 300 000 in die Nachbarländer geflohen, mehr als eine Million im eigenen Land auf der Flucht. Die Menschen brauchen unsere Hilfe.»

Syrische Rebellen schossen derweil nach eigenen Angaben in der Nähe des Militärflughafens Abu Zhuhur in der Provinz Idlib einen Kampfjet ab. Eine Videoaufnahme zeigte eine Rauchwolke und dann einen Mann, der an einem Fallschirm zu Boden sinkt. Später wurden dann Bilder von einem am Boden liegenden Piloten mit Fallschirmausrüstung veröffentlicht. Er wurde offensichtlich nach dem Absprung getötet. Neben ihm waren mehrere Rebellen in Uniform zu sehen. Einige Meter entfernt lag ein zweiter Fallschirm.

In der Stadt Daraa sollen Regierungstruppen zehn Gefangene getötet haben. Die Allgemeine Kommission für die Syrische Revolution erklärte, den Männern seien die Augen verbunden und die Hände gefesselt worden. Dann seien sie von Wächtern erschossen worden.

Die Aktivisten zählten am Donnerstag landesweit 80 Tote. Nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben allein beim Beschuss der nördlichen Provinz Idlib durch Regierungstruppen 20 Menschen, darunter acht Kinder und neun Frauen. Eine unabhängige Überprüfung dieser Angaben war nicht möglich.

Im Libanon rief ein schiitischer Religionsgelehrter zum Widerstand gegen das Assad-Regime auf. «Partei für die Seite eines Unterdrückers zu ergreifen, untergräbt die Prinzipien des schiitischen Islam. Schiiten müssen sich gegen Unterdrückung stellen», zitierte die türkische Nachrichtenagentur Anadolu den Gelehrten Mohammed Hassan al-Amin. Assad selbst gehört zur religiösen Minderheit der Alawiten, die dem schiitischen Islam nahestehen.