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»Mundart und Harfenzauber«

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Mundartdichter Karl-Heinz Austermayer aus Grabenstätt und Harfenistin Marina Plereiter aus Inzell begeisterten ihre Zuhörer in der Grabenstätter Schlosshalle mit der äußerst unterhaltsamen und klangvollen Lesung »Mundart und Harfenzauber«. (Foto: Müller)

»Mundart und Harfenklang passt bekanntlich wunderschee z’samm und mir han glücklich, dass mia uns z’sammg’fund’n ham. Mia woll’n eich heit einige Gedichte und Liader vorstell’n und eich a bisserl was über’n Frühling und über’n Summa vo’zähl’n.« – Damit machte der Grabenstätter Mundartdichter Karl-Heinz Austermayer zu Beginn seiner gut besuchten Lesung »Mundart und Harfenzauber« in der Schlosshalle gleich Lust auf mehr.


Im Gepäck hatte er viele Gedichte aus den vergangenen gut 30 Jahren - abwechselnd zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken und hin und wieder auch mit lyrisch verpackter Gesellschaftskritik. Für die wundervollen Klänge sorgte die erst 21-jährige Ausnahme-Harfenistin und -Sängerin Marina Plereiter aus Inzell, die schon in jungen Jahren viele prestigeträchtige Volksmusikpreise gewonnen hat und die es sich auch als Studentin (Musik und Latein) nicht nehmen lässt, ihre Zuhörer mit ihrer Konzertharfe und ihrer Stimme zu begeistern. Eine klangvolle Einstimmung gelang ihr mit dem Londoner Harfenlandler und der Volksweise »Fangt scho ’s Apern an«.

Der Schnee zieht sich im Frühjahr langsam in die Berge zurück, die Natur erwacht zu neuem Leben und auch die Menschen blühen nach einem langen und dunklen Winter wieder auf, was Austermayer zu seinem Gedicht »’s Frühlingsgfui« inspirierte: »Denn d’ Frühlingssunn steigert net nur d’ Freid am Leb’n, sondern laßt a alles nei ersteh’n, so kon ma halt hi’schau’n, wo ma grad wui, es hat doch a jeder sei eigens’ Frühlingsgfui!« (letzte Strophe). Ein Lächeln ins Gesicht zauberte er seinen Zuhörern mit den Gedichten »Da Osterhas’« und »De Pfingsttaub’n« sowie mit Witzen wie dem folgenden aus dem Munde eines humorvollen Pfarrers: »Die Ehe ist wie eine belagerte Stadt, die einen wollen rein und die anderen raus«. Zum Nachdenken und InSich-Gehen animierten »As Glück« und »As Kreizerl am Straßenrand«. In letzterem heißt es: »(…) ma mua wiss’n, daß ma nix darenna ko, ma kimmt am End’ nur a paar Minuten spater o (…).«. Auch der Gesundheit, der Liebe und des Sports nahm sich Austermayer dichterisch an, bevor mit »Am Strand«, »Urlaubstag dahoam« und »Traumsumma« der Sommer Einzug hielt.

Plereiter reihte ihrerseits einen musikalischen Ohrenschmaus an den anderen. In besonderer Erinnerung blieben das »Fischerlied« vom Wastl Fanderl, der Inzeller Harfenlandler, der Kohlbrenn Marsch und die Irlberg Polka von den Hammerauer Musikanten und der Rainhard-Fendrich-Klassiker »Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk«. Auch Plereiters großartige Eigenkompositionen »Johr um Johr«, ein Instrumentalstück, das sie für ihren Opa geschrieben hatte, und »Für d’Allerliabstn«, komponiert und getextet zur Goldenen Hochzeit ihrer Großeltern, berührten die Herzen. . Keine Frage, von diesem Abend werden alle Beteiligten noch lange zehren. Markus Müller