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Christian Czempinski wurde offiziell in sein neues Amt als Leiter des Staatlichen Landschulheims eingeführt

»Multifunktionale Wunderwesen« als Schulleiter

Marquartstein – Das Staatliche Landschulheim Marquartstein hat nun auch offiziell einen neuen Schulleiter. Bei einem Festakt im Festsaal der Schule erhielt Christian Czempinski seine Ernennungsurkunde zum Oberstudiendirektor aus den Händen des Ministerialbeauftragten Michael Rühl vom Bayerischen Staatsmininisterium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Der neue Leiter des Staatlichen Landschulheims Marquartstein, Christian Czempinski (links), erhielt seine Ernennungsurkunde zum Oberstudiendirektor aus den Händen des Ministerialbeauftragten Michael Rühl vom Bayerischen Kultusministerium. (Foto: Giesen)

Nach der locker humorvollen Begrüßung durch den stellvertretenden Leiter der Schule, Martin Bauhofer, stellte Michael Rühl den Werdegang des neuen Schulleiters vor. Christian Czempinski, 1965 in der Gemeinde Ramerberg bei Rott am Inn geboren und aufgewachsen, war neun Jahre lang Internatsschüler in Gars am Inn. Nach dem Abitur 1984 und der Bundeswehrzeit studierte er Latein, Griechisch und Geschichte an der Ludwig Maxmilian Universität in München. Nach Stationen in Pasing, am Tegernsee und in Laufen, war der heute 52-Jährige 13 Jahre lang am Ludwig Thoma Gymnasium in Prien tätig, bevor er an das neue Gymnasium in Kirchseeon wechselte. Hier war er stellvertretender Schulleiter und musste bereits wegen eines plötzlichen Todesfalls zeitweise die Schulleitung allein übernehmen.

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Darüberhinaus engagierte sich Czempinski in Arbeitskreisen am Ministerium, gab Lehrbücher für das Fach Latein heraus und verfasste Publikationen zur Didaktik in Fachzeitschriften. Hinzu kam seine Prüfertätigkeit im ersten Staatsexamen in der Fachdidaktik Latein. Aus all dem werde deutlich, dass Czempinski die besten Voraussetzungen erfülle, um eine Schule wie das Staatliche Landschulheim zu leiten, zeigte sich der Ministerialbeauftragte überzeugt.

In einer Studie seien Schulleiter als »multifunktionale Wunderwesen« bezeichnet worden, sagte Rühl, denn sie müssten Pädagogen, Schulmanager, Budgetsachverständige, Streitschlichter, innovative Gestalter und vieles mehr sein. Diese Vielfalt verlange die volle Hingabe zum Beruf und den geschulten Blick für das Wesentliche. Mit der Einführung des neuen »LehrplanPlus«, dem G 9 und der Digitalisierung kämen in den nächsten Jahren große Herausforderungen auf die Schulen zu, die nur gemeinsam mit dem gesamten Kollegium gemeistert werden könnten.

Der Ministerialbeauftragte würdigte besonders den stellvertretenden Schulleiter Martin Bauhofer, der in den vergangenen Jahren immer wieder über lange Zeit die Schulleitung übernommen hatte. Er habe sich »unter sehr großem Zeiteinsatz für die Schulgemeinschaft eingesetzt, sich flexibel und lösungsorientiert mit allen Themen der Schule beschäftigt«, so Rühl.

Die Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber hieß Czempinski herzlich im Landkreis Traunstein willkommen und gratulierte zu der verantwortungsvollen Tätigkeit. Die neue Dienststätte sei nicht nur wegen der herrlichen Landschaft und des unverwechselbaren Profils der Schule eine gute Wahl, sondern der Landkreis Traunsteins sei auch ein »echter Bildungslandkreis«. Als Sachaufwandsträger für 14 Schulen habe der Landkreis allein 2017 rund 23 Millionen Euro aufgebracht, aber »es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung«, zitierte sie John F. Kennedy.

Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck, der selbst ins Landschulheim gegangen war, betonte den hohen Bekanntheitsgrad der Schule. Immer wieder treffe man auch im fernen Ausland Leute, die den Ort Marquartstein durch das bekannte Gymnasium kennen. Das Landschulheim präge den Ort nun seit fast 90 Jahren, zehn Jahre länger als die Gemeinde bestehe. Auch er hieß Czempinski herzlich in der Gemeinde willkommen und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Als letzter Redner stellte sich der neue Chef in einer höchst geistreichen, ironisch humorvollen Ansprache selbst vor. Ausgehend von Niklas Luhmanns soziologischer Abhandlung »Der neue Chef« zeigte er verschiedene Aspekte des äußerst vielschichtigen Themas »Chef« auf. Er rief alle dazu auf, sich trotz aller zu erwartender Probleme und Rückschläge keinem Fatalismus, Resignation oder innerer Emigration hinzugeben, sondern eine optimistische Sicht der Welt und der Schule zu pflegen. Er freue sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Mit Kammermusikstücken aus der Barockzeit wurde der Festakt stimmungsvoll von den vier Musiklehrern der Schule umrahmt. gi