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Mozartiade dokumentiert Mozarts Liedschaffen

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Magdalena Kožená, mit Elena Bashkirova am Klavier, formte die Lieder zu Minidramen. (Foto: Wolfgang Lienbacher)

Um die 30 Lieder hat Mozart hinterlassen, quantitativ eher ein Nebenprodukt in seinem umfangreichen Werkverzeichnis. Die Mozartiade der Salzburger Mozartwoche dokumentierte mit 25 Liedern diese Mozartminiaturen.

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Mozartiaden ebenso wie die Schubertiaden waren damals beliebte musikalische Salons oder unterhaltsame Musikveranstaltungen für jeweils einen Komponisten. Mozarts Lieder waren meist Gelegenheitswerke für Hausmusik oder im Auftrag für und von Freunden. Großteils sind sie in Strophenform verfasst, einige sind Kinderlieder, nur wenige sind durchkomponiert und zeigen sich als besondere Schätze wie »Abendempfindung an Laura« KV 523, »Das Veilchen« KV 476 und »Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte« KV 520.

Mit diesen wurde Mozart zum Wegbereiter der Liedpoesie vom herkömmlichen Generalbasslied hin zum Kunstliedschaffen bei Schubert und den Größen des 19. Jahrhunderts. Die spanische Sopranistin Sylvia Schwartz, die renommierte Mezzosopranistin Magdalena Kožená und der Schweizer Tenor Mauro Peter, am Klavier sensibel begleitet von Elena Bashkirova, gaben ihr Bestes, um die Lieder zur Wirkung zu bringen. Wechselweise sangen sie Gruppen von jeweils vier oder 5 Liedern. Allerdings ist es für Gesangssolisten erheblich schwieriger, ohne Korrespondenz mit Publikum auszukommen. Orchestermusiker haben ihre Aufmerksamkeit in den Noten, ein Dirigent hat den Saal sowieso im Rücken, aber für Sängerinnen und Sänger ist es eine besondere Herausforderung, in einen leeren Saal hineinzusingen und dabei emotionale Kraft zu entwickeln. Magdalena Kožená kam damit recht gut zurecht, gestaltete aus jedem Lied eine kleine gefühlige oder witzige Szene. Ihr waren die besonderen durchkomponierten Gesänge anvertraut und »Die Alte« KV 517 machte sie zum humorigen Abgesang, im Strophenwechsel in die untere Lage oktavierend und die tiefe Version fast zum Chanson gestaltend.

Silvia Schwartz formte mit ihrem glockigen, farbschönen Sopran schlichte Linien, um sinnige Phrasen bemüht. Mauro Peter überzeugte vor allem in der Freimaurer-Kantate »Die ihr des unermesslichen Wertalls Schöpfer ehrt« KV 619.

Die russische Pianistin Elena Bashkirova begleitete einfühlsam in feiner Korrespondenz mit den Gesangsstimmen. Die Fantasie d-Moll für Klavier KV 397 gestaltete sie mit elegantem und wo nötig auch zupackendem Anschlag und brachte im Solo wie in der Begleitung Mozarts Melos in musikalischem Feinschliff zum Klingen. Bashkirova lebt mit ihrem Mann Daniel Barenboim in Berlin, ist als Solistin und Liedbegleiterin auf Festivals unterwegs, hat ein eigenes Festival gegründet und wurde vor kurzem zur Präsidentin der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in Leipzig ernannt.

Elisabeth Aumiller

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